Wie ihr vielleicht schon an unserem letzten Beitrag gesehen habt, gibt es Neuigkeiten bezüglich unserer Weekend Vibes. Diese wurden in letzter Zeit zugegebenermaßen ein wenig vernachlässigt, doch im neuen Jahr wollen wir uns bemühen euch wieder regelmäßig mit Wochenendplaylists zu versorgen. Außerdem wird es parallel eine neue, eigene Reihe namens “Special Weekend Vibes” geben. In dieser werden nicht wir, sondern Bekannte und Nachwuchs-Djs/Künstler ihre Wochenendtunes vorstellen und begründen. Wenn du selbst einmal unsere Weekend Vibes hosten möchtest oder jemanden kennst, der seine Tracklist unbedingt mit der breiten Masse teilen sollte, dann schreib uns einfach über unser Kontaktformular an. Den Beginn haben letzte Woche RO•ST gemacht, heute hat H.U.K aus Heidelberg ein Tape für euch zusammengestellt:

H.U.K

Die erste, selbstgekaufte CD des Marburgers H.U.K. war der deutsche Soundrack zu One Piece, davor hörte er hauptsächlich die Musik seiner Schwester. Mit seinem Motorola v220 nahm er kleine Songsschnippsel von Linkin Park, System of a Down und anderen Mainstream-Metal-Bands auf und lernte diese auswendig. Als 2007 dann Hahnenkampf von K.I.Z. erschien, war er sofort angefixt und schob danach einen sehr intensiven Rapfilm. Es wurde auf Dosenbier gefreestyled, Beats gebaut usw. Durch K.I.Z. aka Turntable Hools entdeckte er seine Begeisterung für Mixtapes. 3. Halbzeit ist für H.U.K immer noch eines, der großartigsten Tapes überhaupt. Wenn man zurückblickt hat in wohl gerade dieses dazu bewegt, selbst für Freunde und Bekannte kleine Track-Zusammenstellungen zu basteln. Mittlerweile ist er Anfang 20, bastelt immer noch Tapes und lebt und studiert in Heidelberg. Hier kommt ihr zu seinem Soundcloudprofil.

H.U.K über den allgemeinen Sound des Tapes: Viele knatternde und verrauschte 808’s, hier und da mal eine zarte Stimme und Tracks, die wenn man sie, laut Tua, „vor ein paar Jahren gehört hätte, wie die abgemischt sind, hätte man noch gesagt: »Digger, sorry, aber du musst echt an deiner Sound-Ästhetik feilen. Diese ungeschliffenen Drum-Machine-Sounds und all das Zeug, sind irgendwie nicht so richtig geil. Das ist auch alles zu laut, mach das mal smoother.« Und jetzt ist das eben genau so richtig geil. Man schiebt die Sachen vollkommen weit nach vorne und nimmt den Originalsong zurück. Hätte man das vor wenigen Jahren bei einer Plattenfirma abgegeben, hätten die gesagt: »So, richtig geil, wir lassen das jetzt mal mischen.« ( http://juice.de/tua-vs-the-beats/ )

Weekend Vibes

Hier nun die Tracklist von H.U.K mit persönlichem Kommentar:

TĀLĀ – On My Own In Hua Hin
TĀLĀ, wohl eine der spannendsten Newcomerinnen 2014. Unfassbare Produzentin. Unfassbare Sängerin.

NOK – Alone in the Suburbs
Großartiger, sadboysmäßiger Cloud-Rap, mit wuchtigen 808’s und unbedingter Videoempfehlung.

Yung Gud – Forever 2001 / Yung Gud – The Power
Beautiful, Wonderful, Yung Gud beweist auf seiner EP, dass er zurecht als einer der besten Nachwuchsproduzenten gehandelt wird.

Danny Brown feat. Purity Ring – 25 Bucks
Junges Evergreen. Was auch immer die drei zusammen anstellen wird spitze. Würde für mich auch auf Albumlänge funktionieren.

eRRdeKa – Satan
Mit Abstand der stärkste Track vom Album. Atmo = Super, Beat = Brett, Raps = flexen.

Leikeli47 – Miss America
Lieblingsrapperin und der Beweis, dass man Gender-Thematiken eben nicht immer in ein aalglattes, politisches korrektes Gewand packen muss.

Haftbefehl – 1999 PT. I
Bestes Deutschrap-Album 2014? Sehr wahrscheinlich.

S-Type – Franco
Für mich der inoffizielle Nachfolger von Billboard. Warum Drake Lost Girls nicht gepickt hat ist mir immer noch nicht ganz klar. Immerhin stellt S-Type zusammen mit Rustie und HudMo die Speerspitze der UK-Produzenten-Superstars dar.

Kero Kero Bonito – Flamingo
Aus Ryan Hemsworth’s sehr frischer Secret Song Reihe, in welcher sich viele, kleine, verspielte Newcomer entdecken lassen.

niia – BODY (Feral Remix)
Niia zeigt sich auf ihren eigenen Produktionen nicht ganz so synthi-verliebt, was angesichts des Remix fast etwas schade ist, da ihr auch ein solches Soundbild verdammt gut steht.

Son Lux feat. Lorde – Easy (Switch Screens)
Schwer zu sagen ob die Version ohne Lorde nicht sogar besser ist. Beide Varianten haben jedoch einen selten übertroffen Schwermut in sich, was nicht zuletzt an den großartigen Chords liegt.

Son Lux – Lost It To Trying (Mouths Only Lying)
Wie schon bei Easy merkt man hier deutlich, dass Son Lux einfach wissen wie man einer Instrumentierung etwas Organisches und gleichzeitig Unheimliches gibt. Großes Kino!

Silkersoft – Best Before Sea Base
Ich kann es kaum erwarten endlich mehr von Silkersoft zu hören. Bis jetzt haben alle seine Produktionen ins Schwarze getroffen.

Cashmere Cat – Wedding Bells
Absoluter Gamechanger. Da wird 2015 wohl auch noch einiges auf uns zukommen.

A. G. Cook – Beautiful (Rustie Edit)
Alleine für Attak mit Danny Brown, sollte sich Rustie einen Platz in allen Top-Act-Listen des Jahres gesichert haben. Am laufenden Band zaubert er mächtige Bretter hervor, die mit messerscharfen Synthie-Flächen die Luft zu zerschneiden scheinen.

Hudson Mohawke feat. Pusha T, Future, Travi$ Scott, French Montana – Chimes Remix
Allein für Frech Montana’s Einstieg („My dealer want 911 Porsche nigga“) hat es sich gelohnt nach der Apple-Kampagne nochmal diesen Remix zu veröffentlichen. Wenn man sich dann noch überlegt, dass eine frühe Version des Tracks schon vor fast 3 Jahren im Netz herumgeisterte, dann bekommt man eine Ahnung davon wie weit HudMo dem ganzen Beat-Maker-Game voraus ist.

Zugezogen Maskulin feat. Silkersoft – Alles brennt
Wenn sich da mal nicht jemand gefunden hat. Endlich einmal deutschsprachige Wortkünstler, deren Beatgeschmack nicht nur aus 5 Jahre alten Ami-Beats besteht. In diesem Sinne: „ZM Gang – unsere Double Cups sind Schierlingsbecher / Denn wir bringen euch das Feuer ihr Höhlenrapper“

Uzi – Blue
Eiffel 65. Verrauschte Subkick’s. Tonnenweise Auto-Tune. Video. Unfassbar. Und nein, deine Anlage/Kopfhörer/Laptopboxen sind nicht kaputt. Das ist so abgemischt.