Das Jahr neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu und wie beinahe jeder musikaffine Mensch sind auch wir seit geraumer Zeit nur noch mit rauchenden Köpfen anzutreffen, denn was könnte anstrengender sein als das Erstellen des persönlichen Jahresrückblick? Mit Ranking, Schnickschnack und so. Fühlt Frank Ocean sich neben The Strokes wohl? Werden Banks und Angel Olsen beste Freunde? Spielen Die Höchste Eisenbahn mit Ezra Furman Schach? Bleiben Hinds unter sich? Wir ziehen uns mit einem Ozean voller Fragen zurück und präsentieren euch in wenigen Wochen die Ergebnisse (hoffentlich mit Antworten) im Rahmen des Marsmädchen Jahresrückblicks 2016. Bis dahin: viel Vergnügen mit der neuesten Aufgabe der Weekend Vibes. ♡

 

Antonia

Als ich vor wenigen Tagen zum ersten Mal Pyrite Ammonite gehört habe, wunderte ich mich, dass ich diesen Track von Regina Spektor noch nicht kannte, war ich doch vor wenigen Wochen erst auf einem ihrer Konzerte und habe ihre Diskografie davor sowie danach rauf und runter gehört. Plot Twist: der Mensch, der diesen Track gerade auf der EP Insects herausgebracht hat, ist Faith Eliott. Äußerlich Ezra Furman-ish, gesanglich Regina Spektor-ish und doch ganz eigen. Wer -wie ich- nicht genug bekommen kann, der klicke für noch mehr Kunst und Insights hier.
Das zweite Lied, das mich durch die Woche begleitet hat, kommt von Whitney, der Band um Max Kakacek und Julien Ehrlich, die zuvor bei The Smith Westerns gespielt haben. An sich schon Grund genug, sich No Woman anzuhören, klar. Noch viel dringender wird dieser Grund allerdings dadurch, dass unser geliebtes Maifeld Derby im Rahmen ihres Lineup-Adventskalenders (via Facebook) Whitney gerade als zweiten Act für 2017 bekannt gegeben hat.

 

Maria

Warum den ruhigen Aventssonntag nicht mal zum Hören neuer Musik nutzen? Das denke ich mir an diesem Wochenende und werde mich deshalb dem neuen Album Woman von Justice zuwenden. Die erste Singleauskopplung daraus heißt Randy.

Blondage, ehemals Rangleklods sind zur Zeit auf Deutschlandtour und spielen am 7.12. in Hamburg. Mit Riverbed trauere ich heute, dass ich an dem Tag leider keine Zeit habe. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich die Band aber auf keinen Fall live entgehen lassen!

 

Natalie

Bei vielen Konzerten werfe ich im Anschluss nur so mit Lobpreisungen um mich. Aber trotzdem kann ich mich daran nach einiger Zeit gar nicht mehr so richtig erinnern (shame on me, ich brauche ein Konzerttagebuch). Dann gibt es Konzerte, bei denen man einfach weiß, dass man sich noch nach Jahren in die Situation hineinversetzen könnte. Einfach, weil es so anders und auf viele Arten beeindruckend war. So auch Jóhann Jóhannssons Auftritt am Donnerstag in Berlin. Zu einem großen Teil auch wegen des Settings: Der Isländer spielte im Funkhaus – einem monumentalen DDR-Bau mit Bauhaus-Elementen – im holzwarmen Großen Sendesaal (der übrigens weltweit für seine Akustik bekannt ist) mit unfassbar hohen Decken und majestätisch wirkenden Säulen. Es war fast komplett dunkel, das Publikum saß auf den Treppen um die ebenerdige und nur ein paar Meter von den ersten Zuschauern entfernte Bühne und dazu performte Jóhann Jóhannsson mit einem kleinen Orchester und fast ohne Worte seine modernen, vielschichtigen Klassikarrangements. Mit seinem Soundtrack zum gerade erschienenen Film Arrival (und bestenfalls einem abgedunkelten Raum mit Säulen) lässt sich das Szenario bisschen nachfühlen. Anspieltipp: Heptapod B.
Nach dieser langen Ausführung kurz und knapp zum zweiten Song als poppiger Kontrast: Sinkane mit U’Huh, der ersten Single aus dem kommenden dritten Album Life & Livin It. Wenn euch der abgedunkelte Raum mit Jóhann Jóhannssons Klängen ein wenig zur Winterdepression gebracht hatte, katapultiert euch Sinkane von dort im hohen Bogen wieder raus.

 

Samira

Durch die Band TOPS bin ich 2015 auf Arbutus Records aus Montréal gestoßen. Das Label ist zu Hause vieler, vielversprechender Künstler, Sean Nicolas Savage hat es mir aber ganz besonders angetan. Der Mann mit dem illustren Namen schreibt, meiner Meinung nach, die schönsten Liebeslieder, die ich seit langem gehört habe. Der Song We Used To Live In a Dream passt perfekt zur kommenden Vorweihnachtszeit, denn wann sonst kann man dem Kitsch bis zur Schmerzgrenze hin verfallen?

Um die romantische Stimmung ein bisschen zu dämpfen, kommt mein zweiter Song von Der Ringer und Isolation Berlin. Deren, aus der Fusion entstandene Split-EP nennt sich Ich gehör nur mir allein . Der Opener Ich bin so unendlich schön ist für mich zeitgleich der stärkste Track der gemeinsamen EP. “Deine welken Lippen trocknen meine junge Seele aus” – Worte, die Dorian Gray sicher auch gefallen würden.