Es ist mal wieder soweit! Nach einer Menge Festivals und nicht enden wollender Festivaldepression, sind wir alle wieder zu Hause eingetrudelt und wissen nichts mit unserer Freizeit anzufangen. Deswegen machen wir jetzt erstmal Weekend Vibes; für euch, damit ihr eines der letzten Sommerwochenenden gut zu untermalen wisst, aber auch für uns, damit wir mal was anderes machen als in Festivalerinnerungen zu schwelgen. In der Playlist unten findet ihr alle Songs auf einen Schlag und wenn ihr mehr wollt, auf Spotify die kompletten Alben der Künstler.

 

Antonia

Wer uns auf Facebook geliked hat, könnte es schon mitbekommen haben: unser neuester Crush hört auf den Namen Gurr, spielt Garagepop und kommt aus Berlin. Bevor am 14.10. ihr Album In My Head via Duchess Box Records veröffentlicht wird, haben sie diese Woche gleich in zwei Sprachen ihre neue Single Walnuss/Walnuts im Internet verbreitet. Nichtsdestotrotz gibt es in dieser Ausgabe der Weekend Vibes dessen poppigere Schwester Moby Dick mit der wärmsten Empfehlung, sich dessen visuelle Untermalung beim Fertigmachen für die Nacht anzusehen und laut mitzusingen.
RY XHowling ist schon seit Längerem auf den Indie-Parties des Landes als “Wir-machen-jetzt-langsam-das-Licht-an”-Track zu hören und gerade deswegen die perfekte Einstimmung für eine solche Nacht, in der erst gegangen wird, wenn man muss.

 

Carina

In Beschweren appelliert Die Höchste Eisenbahn an uns, die guten Werte nicht aus den Augen zu verlieren. “Da geht’s mal nicht um uns / da geht’s mal um was wichtiges” – Recht haben sie! Startet den Tag nicht mit Jammern, habt euch lieb und lasst die schlechte Laune Zuhause. So lange der Sommer noch andauert, sollte er ausgekostet werden. Ihre kürzlich bei Tapete Records erschienene Platte Wer bringt mich jetzt zu den Anderen liefert jedenfalls verträumt schöne musikalische Begleitung, um die letzten Tage des Sommers noch einmal in vollen Zügen genießen zu können.
Außerdem bin ich neulich wieder über das Wunderkind Nick Bertke, der sich als Pogo einen Namen gemacht hat, gestoßen. Kein Zweiter kann Samples aus Disneyfilmen auseinandernehmen und derart kunstvoll zusammensetzen, dass sie mehrere Millionen Klicks auf Youtube generieren. Was für mich 2009 funktionierte, funktioniert auch 2016 noch! Sein im letzten Jahr erschienenes Album Kindred Shadow ist mir aus unerklärlichen Gründen ergangen, doch das sollte in den letzten Wochen nachgeholt werden. Besonders Forget stach für mich heraus und ich überlasse es jedem von euch selbst, seine eigene Geschichte zu dem Song zu schreiben.

 

Maria

Nach dem letzten Bastille-Auftritt auf dem Dockville, konnte ich das neue Album Wild World kaum noch erwarten und jetzt, wo es draußen ist, hab ich es noch kein einziges Mal gehört. Die Band performte live bereits mehrere neue Songs, die Lust auf mehr machen, aber leider fehlte mir bisher die Zeit, meinen Gelüsten nachzugehen, diese Wild World zu erkunden. Die schon vor Monaten erschienene Single Good Grief schwirrt mir seitdem im Kopf. Das wird auch das Wochenende über so bleiben, während ich keine Zeit finde, mir die weiteren Lieder des Albums anzuhören und stattdessen nur mit dem Ohrwurm des Jahres liebäugeln muss.
Das neue Album von Glass Animals How to be a human being begleitet mich durch die letzte Sonne und Hitze des Jahres. Wenn ihr erstmal den Einsteiger ins Album Life itself hört, dann wollt ihr auch den Rest. Und lasst es euch nicht entgehen! Am besten mit Schwung in der Hüfte und einer kühlen Limo in der Hand.

 

Natalie

Man kann sich jetzt folgendes film-noir Szenario vorstellen: Ihr sitzt mit eurem mittlerweile vierten Whiskey in einer mittlerweile fast leeren Bar, es hängt ein Zigarrengeruch in der trüben Luft und ihr beobachtet gedankenverloren kokette Frauen und Männer in Trenchcoats am Fenster vorbeihuschen. So etwa fühlt sich das Anfang September erschienene Debüt-Album von Warhaus an. Dazu kommt eine gute Prise an laszivem Badass-Feeling: Das Cover erinnert an Sonic Youths Goo und der Albumtitel We Fucked A Flame Into Being stammt aus dem berühmt-berüchtigten Roman Lady Chatterley’s Lover. Den Opener I’m Not Him trägt ein dunkles, fast jazziges Arrangement und melancholischer Sprechgesang um, natürlich, zwischenmenschliche Beziehungen – ohne dabei in eine unsympathische Weinerlichkeit zu versinken. Da hat Maarten Devoldere (übrigens auch Kopf von Balthazar) ein kleines ästhetisches Gesamtkunstwerk geschaffen!
Mit Cash, Diamond Rings, Swimmingpools etablierte sich Dena als Berliner-Power-Szene-Girl – irgendwie frisch, gradlinig und mit einem Augenzwinkern. Ihre neue EP Trust plätschert musikalisch genauso nonchalant; lyrisch scheint es aber nicht mehr nur um die Darstellung des coolen Lifestyles zu gehen, sondern fast schon um ein selbstironisches Hinterfragen. Sozusagen eine Entwicklung vom Haubentaucher-Laufsteg zum Bierchen an der Spree. Als Paradebeispiel gibt’s Freaking Out für die letzten Sommertage.

 

Samira

Zwei Jahre war es still um Warpaint, Anfang August kündigte die Band ihr drittes Album via mysteriösem Facebookvideo an. Die erste Singleauskopplung New Song steigert die Vorfreude ins Unermessliche und darf deswegen auf keinen Fall in dieser Liste fehlen. Ab dem 23. September erscheint Heads Up dann komplett und wir können uns über an weiteres Album freuen, das uns den Herbst mit Sicherheit versüßen wird.
Das neuste Werk von Bon Iver klingt weniger nach autarkem Leben im Wald und mehr nach einem Flirt mit elektronischen Bearbeitungsprogrammen. Der fragile Gesang ist geblieben, aber auch der Sound ist wortwörtlich “brüchiger”, fast so als hätte man den allseits beliebten glitch Effekt an den richtigen Stellen darüber gelegt. Wie bei Warpaint steht auch hier ein lang erwartetes Album kurz vor Veröffentlichung. Ende September können wir uns anhören, wie sich Justin Vernon auf 22, A MILLION neu erfunden hat und gleichzeitig doch der Alte geblieben ist.