Freitag der 13. Okay, das ist eine Lüge, aber unsere nun dreizehnte Ausgabe der Weekend Vibes wird an einem Freitag (bzw. Sonntag) veröffentlicht und in unserer Welt ist das ein gutes Zeichen, jawohl! Dies sind auch unsere ersten wirklich sommerlichen Empfehlungen in diesem Jahr, sprich: die furchtbar depressiven Herbstsongs legen wir vorerst Ad Acta und inspirieren uns nun am Wetter – “gute Laune” lautet hier das Motto!

 

Amanda

Voller Vorfreude auf so eine Kunst-mit-Konzerten-Veranstaltung (dessen Eintritt übrigens kostenlos ist, also los, Berliner, geht hin!), kann ich einfach nicht anders, als zwei der auftretenden Acts hier in den Weekend Vibes vorzustellen.
Anfangen will ich mit Julia Marcell, deren (im Vergleich zu ihren früheren Klavier-und-Geige-Popsongs) elektronischerer Track CTRL zu einer spontanen Tanzeinlage in der U-Bahn, oder, um den dummen Blicken und Schamgefühlen zu entgehen, zu Hause einlädt.
Der nächste Song, Bear von Dear Reader, ist vielleicht nicht das, was man sich unter typischer Sommermusik vorstellt (man denke nur an die zig spanischen Ohrwürmer, die im Sommer in die Charts gelangen), bringt aber etwas Afrika-Feeling in unsere Ohren. Kein Wunder, immerhin stammt die nun Band ursprünglich aus Südafrika.

 

Antonia

Für eine angemessene Portion Sommerlaune darf Techno natürlich nicht fehlen. Am Besten zu genießen in einer sternenklaren Nacht am See mit dem Geruch des Sees auf der Haut und dem des lodernden Lagerfeuers in der Nase – na, könnt ihr es fühlen? Noch nicht? Dann Kopfhörer aufgesetzt, die Lautstärke aufgedreht und Little Dragons Paris (dessen Originalversion schon in unseren letzten Weekend Vibes seinen Platz sicher hatte) im Totally Enormous Extinct Dinosaurs Holiday Edit (das Gefühl steckt schon im Namen!) angeschmissen.
Pale Honey, das lässigste rein weibliche Minimalistic-Rock-Duo seit…immer werden wir euch in den nächsten Tagen ausführlichst vorstellen, denn so viel sei vorweg gesagt: Die müsst ihr wirklich kennen! Zu den dieswöchigen Weekend Vibes steuern sie Fish bei, dass am Dienstag auf PSL Videopremiere gefeiert hat. Leider können wir kein Schwedisch und dem Google Übersetzer ist in diesem Fall nicht zu trauen, aber wir sind uns ziemlich sicher, dass die Quintessenz des Textes “Pale Honey sind cool und ihr müsst sie unbedingt unterstützen!” ist.

 

Carina

Bisher ging ich bei meinem Beitrag der Weekend Vibes nach dem selben strengen Schema vor: die Songs sollen aus verschiedenen Genres stammen und mit unterschiedlichen Situationen in Verbindung gebracht werden können. Ich entschuldige mich hiermit schon mal bei allen Fanatikern der Indie- und Folkmusik, aber die Ausnahme von zwei elektronisch gewählten Tracks liegt mir heute am Herzen.
Die erste Wahl fiel auf mein Lieblingsstück der frisch (naja, fast) erschienenen Young Alaska EP von Christian Löffler. Schon lange bin ich Fan des Berliner Technoproduzenten und verfolge seinen Werdegang – er wird immer besser und natürlich bekannter, so durfte er kürzlich erneut im Boiler Room auflegen. Mt. Grace beendete im letzten Monat öfters meine Sommerabende, da er trotz positiver Grundstimmung relativ düster ist – typisch Löffleresque eben.
Star Slingers III/IV steht dazu im Kontrast und ist zu jeder Tageszeit einsetzbar. Sei es nach dem Aufstehen, was derzeit die Sonne statt der Wecker erledigt, am Nachmittag im Park oder abends beim Vorglühen auf Deutschlands Dächern – der Remix zu Smooth Operator im Original von Sade hat solch rhythmische Beats und schön markante Passagen, dass schlechte Stimmung sofort vertrieben oder gar nicht erst auftreten kann. Wer Star Slinger nicht kennt, dem kann ich auch sein bisher einziges Album Volume One und sämtliche Sets von ihm empfehlen. Einzigartige Musik mit Suchtpotenzial.

 

Natalie

Ich kann es mir ja auch nicht wirklich erklären. Aber: Je mehr Sonne, desto mehr Elektro. Vielleicht liegt es daran, dass wir bei wärmeren Temperaturen einfach weniger Wert auf tiefgründige Chorusse oder sich während des Songs immer neu erfindende Arrangements legen. Jedenfalls sind das nicht die Komponenten, die Acid to my Alkaline der Elektro-Briten Fujiya & Miyagi ausmacht. Sänger David Best flüstert (singt?) in dieser ersten Single des im Mai erschienenen Albums Artificial Sweeteners wiederholend “You are the acid to my alkaline”. Abgerundet wird das Ganze durch eine eingängige Synth-Pop/Elektro Komposition. Es ist so einfach, aber – vielleicht deswegen – auch so unfassbar süchtig machend.
Ich weiß, ich weiß. Mit dem Folgenden bin ich etwas hintendran. Der Song ist ja schon seit dem Tag seiner Veröffentlichung Mitte März ‘viral gegangen’. Ich persönlich muss aber zugeben, dass ich dem Werk erst seit letzter Woche, als das Musikvideo live in der Ellen Show performt wurde, gänzlich verfallen bin. Die Rede ist übrigens von Chandelier von Sia. Im Musikvideo (hier die live Performance) ist die 11-jährige Maddie Ziegler mit einer beeindruckenden (paralysierenden!) Tanzchoreografie zu sehen. Musikalisch ist es mindestens genauso beeindruckend und vor allem kraftvoll. Perfekt z.B, wenn ihr vom ganzen unter-der-Sonne-liegen eine Aufstehen-und-produktiv-sein Motivation braucht!

 

Samira

Bei diesem schönen Wetter kam ich kaum an Luca Vastas Debütalbum Alba vorbei. Falls ihr euch noch an den Werbehit Cut My Hair erinnert, ja, der war auch von ihr. Ein Album aufnehmen wollte die gebürtige Italienerin schon lange, ein Ausflug in die Moderation verlangsamte diesen Prozess.

“Während der Album-Phase war ich manchmal komplett verloren und wollte aufgeben. Aber jetzt weiß ich, dass das Album meinen Vorstellungen gerecht geworden ist”

Das warten hat sich gelohnt, denn Alba ist ein nachdenkliches und zeitloses Album geworden. Für die Weekend Vibes habe ich mir Travel Safe, einen meiner Lieblingssongs des Albums, ausgesucht.
Die Schwedin Tove Lo solltet ihr euch definitiv merken.
Mit ihrem Song Habits (Stay High) hat sie meine Aufmerksamkeit erregt, obwohl er mir im zurückgenommeren Remix von Hippie Sabotage deutlich besser gefällt. Der Song handelt von der Zeit nach einer Trennung und überzeugt durch seinen ehrlichen Ton.
Aber auch die anderen Songs ihrem Debüt, der Truth Serum EP, sind wirklich hörenswert. Endlich mal gut gemachte Popmusik, die einem beim hören nicht peinlich sein muss!