Für alle, die eben noch einmal aufgeatmet haben: Es tut uns leid, aber es gibt leider keine Tickets mehr. Das scheint in Ferropolis so Tradition geworden zu sein, schon zum fünften Mal ist das Splash! Festival ausverkauft, obwohl der Frühling gerade erst langsam beginnt. Vor Kurzem wurden die letzen Acts bekanntgegeben, höchste Zeit für uns ein paar unserer Favoriten etwas genauer vorzustellen. Das Line-Up ist dieses Jahr so vielseitig und experimentell, wie schon lange nicht mehr. Wenn das Wetter jetzt noch mitspielt, steht einem unvergesslichen Festivalwochenende nichts mehr im Wege!

Alle Ticketbesitzer können sich entspannt zurücklehnen und unsere Empfehlungen genießen. Der Rest kann versuchen noch ein Ticket zu ergattern, oder einfach so ein paar neue Musikvorschläge mitnehmen. Wie immer haben wir versucht, die offensichtlichen Headliner auszulassen und den Fokus eher auf die innovativeren Acts zu legen.

Angel Haze

Ihre Mixtape King brachten der Rapperin in Amerika einen riesen Hype ein. Nach einem etwas enttäuschenden Album meldet sich Angel Haze jetzt mit Back to The Woods wieder in alter Manier zurück. Persönliche Storytelling Tracks treffen auf harte Beats. 2014 waren wir von ihrer energiegeladenen Liveshow schon so begeistert, dass wir es kaum erwarten können die Detroiterin dieses Jahr wieder in Ferropolis begrüßen zu dürfen.

IMMER READY

Mit IMMER READY hat Deutschrap eine neue Supergroup, die bekanntermaßen gerne alles intern hält. Seien es Beats, Videodrehs, oder die Labelarbeit an sich. Neben Mauli, Marvin Game, Morten und all den anderen Leuten von Babba Music werden auch Mitglieder der Cosmo Gang mit von der Partie sein. Eine Fusion aus zwei Gruppen, die das deutsche Rapgame gerade mit einer gehörigen Portion Autotune und Gleichgültigkeit von hinten aufrollen.

Denzel Curry

Denzel Curry ist der Punk unter den aufstrebenden Rappern. Er stammt aus Carol City, Florida – Einer Stadt mit vielen Sozialwohnungen und hoher Kriminalitätsrate. In seiner Musik verarbeitet er die Erlebnisse, die er über die Jahre voller Polizeigewalt, Alltagsrassismus und Armut gesammelt hat. Früher war er Mitglied im Raider-Klan, mittlerweile hat er sich davon losgelöst und sich als detailverliebter Storyteller emanzipiert.

Um das Splash! kurz zu zitieren:

Er ist herausgetreten, um mit dunkelbunter Unterbewusstseinslyrik, beklemmender Misanthropie und mondbleichem Horrocore-Trap der Three 6 Mafia-Schule die Abgründe der menschlichen Psyche zu sezieren.

Dieses Angebot nehmen wir doch gerne an.

LGoony & Crack Ignaz

Oida wow, hier hat zusammengefunden was zusammen gehört. Nachdem Crack Ignaz mit seinem Debüt Kirsch durch die Decke gegangen ist und auch LGoonys Grape Tape eine neue Ära eingeleitet hat, setzt ihre gemeinsame Aurora EP dem Ganzen noch die Krone auf. Trippy Sounds, die man wohl am besten mit der Farbe lila assozieren kann. Live ist das dynamische Duo auch wie von einem anderen Planeten, wir haben das bereits überprüft. Unbedingtes Must-See!

Edgar Wasser

Ob er der beste Rapper der Welt ist wissen wir nicht, aber der beste Live MC Deutschlands ist Edgar Wasser mit großer Wahrscheinlichkeit. Durch diverse free EPs wurde der Münchner blitzschnell zum Kritikerliebling. Er überzeugt mit herrlich zynischen Texten, denen man auch nach mehrfachem Hören immer noch neue Wortspielereien entlocken kann. Das Splash hat uns verraten, dass Edgar Wasser gerade am Nachfolger seiner Tourette Syndrom EP arbeitet, bis dahin also noch schnell alle bisherigen EPs herunterladen und schon mal auf den Auftritt beim Festival freuen.

Jazz Cartier
Die Liste von guten Artist aus Toronto ist ewig lang, so stammt auch Jazz Cartier aus Drakes Heimatstadt. Der Mann mit der Basquiat-Frisur konnte mit seinem Mixtape Marauding in Paradise schon für sehr viel Aufmerksamkeit sorgen und zählt zu den spannendsten Newcomern 2016. Auch sein neues Mixtape (wer macht überhaupt noch Alben?) trifft den aktuellen Zeitgeist perfekt. Sein Produzent beschreibt die gemeinsame Musik als Cinematic Trap, Rapmedien bezeichnen ihn als die kanadische Antwort auf Travi$ Scott. Wir sind gespannt, ob der Hype um den jungen Rapper berechtigt ist, die Videos überzeugen uns schon mal.

Juicy Gay

Erst neulich haben wir Juicy Gay als Support von LGoony in Essen gesehen und es war direkt um uns geschehen. Seine Musik lässt sich schwer in eine Schublade stecken, bewegt sich irgendwo zwischen Sozial- und Szenekritik gepaart mit ganz viel Swahh. Musik ist Haram, WKM$N$HG und Sace Sace sind mindestens Nr. 1 Hits und wir können es kaum erwarten den jungen Rapper beim Splash zu zelebrieren.

HNRK

HNRK hat bereits Tracks für Spooky Black und Lil B produziert und ist als einziger Deutscher Mitglied bei TeamSESH. Dabei handelt es sich um eines der spannendsten Movements derzeit, dessen Aushängeschild Rapper und Wunderkind Bones ist. In deutschen Szene ist der Producer noch eher unbekannt, hat aber erst kürzlich an Aurora von LGoony und Crack Ignaz mitproduziert. Wer hier jetzt noch nicht ganz durchblickt, sollte sich schnellstens seine Instrumentals anhören – Die sprechen nämlich für sich.

Rejjie Snow

Nachdem er seine Kindheit in Dublin verbracht hat, zog Rejjie mit 17 in die USA um ein Sportstipendium wahrzunehmen. Zu all unserem Glück legte er seinen Fokus relativ schnell auf die Musik und das ziemlich erfolgreich. Nachdem sein erstes Mixtape Rejovich in Kritikerkreisen große Wellen geschlagen hat, brachte im sein Debütlabum ein paar Jahre später die Aufmerksamkeit der breiten Masse. Seitdem zählen Künstler, wie der A$AP MOB, King Krule und Skepta zu seinen Fans. Der Dubliner wird oft mit Earl Sweatshirt verglichen, alleine deswegen sollte man sich auf jeden Fall nicht entgehen lassen.

Rin

Rin ist das neueste Signin des Wiener Labels Live From Earth, zu dem auch Yung Hurn und Lex Lugner gehören. Auf seiner Genesis EP gelingt es dem Stuttgarter, die Grenzen zwischen Rap und Gesang verschmilzen zu lassen. Wir sind gespannt, ob das live genau so gut funktionieren wird. Neben Rin werden auch oben genannte Künstler sowie andere spannende Acts auf der Live From Earth Bühne zu sehen sein, vorbeischauen lohnt sich also.

Photo Credits: Stephan Flad