Die Festivalsaison ist bereits im vollen Gange. Eines der Festivals, dass sich über die Jahre als das Lieblingsfestival und jährlicher Treffpunkt der Marsmädchen Redaktion avanciert hat, ist das Dockville Festival in Hamburg. Neben wunderschöner Lage in der Speicherstadt, Stadtnähe und Kunst wohin man sieht, überzeugt das Festival mit einem der geschmackvollsten Line-Ups in Deutschland – und das seit Anbeginn. Wir sind jedes Jahr aufs neue überrascht, was für Acts das Bookingteam da aus dem Ärmel zaubert! Es wirklich schwer sich auf zehn Must-Sees zu beschränken, letztendlich konnten wir uns dann doch einigen, welche Acts auf keinen Fall verpasst werden dürfen.

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Haiyti aka Robbery

Neben SXTN und anderen zweifelhaften Erscheinungen ist Haiyti das Licht am Horizont der deutschen Rapperinnen. Die gebürtige Hamburgerin hat einen Output wie kaum eine andere, flext spielend über vertrippte Beats und ist insgesamt an Coolness kaum zu überbieten. Kein Wunder also, dass sich Rapper wie Produzenten um sie reißen. Wir sind gespannt, wie das live abgehen wird.

King Gizzard & The Lizard Wizard

King Gizzard & The Lizard Wizard bringen den psychedelischen Sixties Sound zuück in die Gegenwart. Wenn man ihr neuestes Album Quarters eingerechnet, haben die Australier bereits sechs Alben veröffentlicht. Die Bandbesetzung wechselt immer, je nachdem, welche Kumpels gerade Zeit Haben. Momentan dürften drei Drummer, drei Gitarristen und ein Mundharmonika Spieler auf der Bühne herumwuseln, es dürfte also kuschelig werden.

Hinds

Wir können nicht genug von coolen Girlbands bekommen, so auch nicht von Ana Perrote, Ade Martin,Carlotta Cosials und Amber Grimberge alias Hinds. Die Band zählt zu den Sternchen der aufstrebenden Indie-Szene in Madrid. Der NME hat sie als “Europas aufregendste neue Band” bezeichnet. Soundtechnisch bewegen sich die vier irgendwo zwischen Pop, Gitarrensoli und Lo-Fi – Fans von Mac DeMarco werden hier mit Sicherheit auf ihre Kosten kommen.

Isolation Berlin

Das neueste Signing des Berliner Labels Staatsakt gehört zu einer Riege von spannenden, deutschen Newcomerbands, die 2015 nur so aus dem Boden geschossen sind. Isolation Berlin klingen wie die Enkel von Element of Crime. Sie singen über das Alleinsein in der Großstadt, über unerfüllte Liebe und all das eingehüllt im Mantel der Melancholie. Glücklicherweise konnten sie auf ihrem diesjährigen Festivalmarathon noch Zeit finden, um in Hamburg Halt zu machen.

The Garden

Gute Songs schreiben ist nicht das einzige Talent von The Garden. Neben dem musizieren sind die Zwillinge aus Californien außerdem Models und die Musen von Starfotograf Hedi Slimane. Ihren Sound bezeichnen sie liebevoll als Vada Vada, wir lassen das einfach mal so stehen und sprechen gleichzeitig eine unbedingte Auftritts Empfehlung aus.

Lex Lugner

Wenn wir über das Genre Cloudrap reden, führt zwangsläufig kein Weg an Lex Lugner vorbei. Der Produzent zählt LGoony, Crack Ignaz, Rin und vor allem Yung Hurn zu seiner Entourage. Mit letzterem hat er mehrere, gemeinsame EPs namens veröffentlicht. Dieser leichtfüßige Sound hat eine neue Ära in der, bis dato etwas eingeschlafenen, deutschen Rapszene mitgeprägt. Vielleicht hat Lex Lugner ja auch den ein oder anderen special guest mit im Gepäck.

Drangsal

Such a charming man, dieser Max Gruber. Letztes Jahr hatten wir das Vergnügen mit der Band über Einflüsse, zukünftige Projekte und Jürgen Domian zu sprechen (zu lesen hier). Seitdem ist einige Zeit ins Land gegangen, neben den Frisuren der Mitglieder hat sich doch einiges geändert. Das Debüt Harieschaim stößt genreübergreifend auf Begeisterung und quasi jedes Festival im Lande wird von den Herren bespielt. So auch das Dockville, wir freuen uns!

Karate Andi

Das Dockville ist schon immer bekannt für sein abwechslungsreiches Booking, bei dem auch Rap Acts nicht zu kurz kommen. In letztere Kategorie fällt auch Karate Andi, der 2014 mit seinem Debüt Pilsator Platin für Furore in der Rapwelt sorgte. Und auch bei uns sind einige Punchlines hängengeblieben. Ein Jahr später wurde er bei Selfmade Records unter Vertrag genommen, dieses Frühling erschien sein zweites Album. Mal schauen, ob wir auf dem Dockville ein Pilsator abgreifen können, denn Trinkpausen sind fest ins Set eingeplant.

Bilderbuch

Das Austropop Revival ist 2016 komplett über Deutschland hereingebrochen, das ist eh klar. Auch wir sind Wanda und Yung Hurn verfallen, unsere Liebe zum Schmäh fing allerdings mit, genau, Bilderbuch an. Die Wiener Schikaneder Boys werden dem Dockville Publikum etwas Protz und Sex Appeal entgegenbringen, Zeit wirds!

Tereza

Splash! Festival, Fusion oder Melt – diese Frau ist vielerorts beschäftigt. Erst kürzlich konnten wir ihrem Set beim Kosmonaut Festival lauschen und dort hat sie die Männer quasi an die Wand gescratched (was ein Wortspiel!). Nebenbei studiert die Anfang 20-jährige auch noch Wirtschaftsmathematik. Wir wissen auch nicht, wie sie das alles unter einen Hut bekommt.

Photo Credits: 1. Hinrich Carstensen 2. Pablo Heimplatz