Ich weiß, dass AM schon eine Weile draußen ist,aber die Trauer über das abgesagte Konzert in Frankfurt war einfach zu groß! Mittlerweile bin ich drüber hinweg also let’s get right into it!

Das 5. Studioalbum der Arctic Monkeys trägt den Titel AM, welcher übrigens nicht für die Band selbst sondern unsere Existenz steht (I am – ich bin.) Auf dem Album sind 12 Tracks, die im Vergleich zu den vorherigen Alben vom Soundbild eher minimalistischer gehalten sind. Inhaltlich ist es weniger frech und handelt hauptsächlich von Liebe, Lust und Herzschmerz.
R U Mine? ist der Keytrack des Albums,um den herum alle anderen Songs geschrieben wurden,wie Alex Turner in einem Interview verriet.Dennoch klingen die Songs, wie ich aufgrund dieses Zitats vermutete, keinesfalls gleich sondern überraschen immer aufs Neue.
Der erste Titel des Albums heißt Do I Wanna Know und ist ein sexy-düsterer Track, der mir aufgrund seines härteren Sounds als Intro auf Anhieb sehr gut gefiel.Er schließt nahtlos an Suck It and See an. Lieblingszeile:

„We both know that the nights were mainly made for saying things that you can’t say tomorrow day“

Total gegensätzlich zum vorherigen Track ist R U Mine? , welcher der der zweite Track auf AM ist. Sofort bemerkt man, dass dieser Song sehr gut live funktionieren wird, denn er ist er etwas rauer und schreit gerade nach Headbangig und Rumspringen Es ist ein typischer Arctic Monkeys Track, der an die Zeit um Favorite Worst Nightmare erinnert,sehr genial! Lieblingszeile:

„I guess what I’m trying to say is I nee the deep end
Keep imagining meeting, wished away entire lifetimes
Unfair we’re not somewhere misbehaving for days
Great escape lost track of time and space“

One For The Road ist Titel Nr. 3 und beinhaltet das erste Feature, Queens Of The Stone Age Sänger Josh Homme, von dem das neue Album im Übrigen produziert wurde.Das einfache Gitarrenriff und die sehr poppige Hook sind nichts Neues,in der Brigde kommt aber neue Dynamik in den Song. Lieblingszeile:

„I’ve been wonderin’ whether later when you tell everybody to go will you pour me one for the road?“

Arabella ist eine Hymne an eine junge Dame und schmückt sich mir diverse Vergleichen über ihre Äußeres und ihre Verhaltensweisen. Der Song beinhaltet zwar einen guten Refrain, ist aber sonst melodisch eher schwächer. Lieblingszeile:

„It’s much less picturesque without her catching the light
The horizon tries but it’s just not as kind on the eyes as Arabella“

I Want It All thematisiert sehr subtil eine Beziehung mit allen ihrer Facetten, die der Sänger ausnahmslos akzeptiert.Schön ist auch die kleine Rückblende zu der Zeit des Kennenlernens. Es ist ein sehr niedlicher Track, der jedes Frauenherz schmelzen lässt! Lieblingszeile:

„Leave me listening to the Stones 2000 light years from home“

Als 6. erklingt No. 1 Party Anthem, dessen Titel zuerst auf die falsche Fährte führt.Der Track wirkte für mich zuerst etwas deplatziert und unpassend, da er sehr nostalgisch klingt.Ich könnte wetten, dass er nach einer wilden Partynacht mit ziemlichen Kopfweh in irgendeinem Hotelfoyer verfasst wurde.Hier werden definitiv die Feuerzeuge zum Einsatz kommen! Dieser Track ist für mich die Überraschung des Albums, auch wenn es ein wenig aus der Reihe tanzt. Lieblingszeile:

„Drunken monologues, confused because It’s not like I’m falling in love
i just want you to do me no good and you look like you could“

Mad Sounds ist erneut sehr langsam, im Gegensatz zum Vorherigen aber leider nicht mein Ding. Ein Sound, der nicht wirklich Arctic Monkeys schreit und mir irgendwie zu sehr abweicht. Es passiert einfach zu wenig, er ist zu ruhig und zurückgenommen.Dennoch ist es eine Liebeserklärung an die Musik selbst.Fragt nicht warum, aber mir kommen sofort 90s Highschoolfilme in den Kopf. Lieblingszeile:

„Love buckles under the strain of those wild nights run but you can not hide“

Fireside ist ebenfalls ein Track über das weibliche Geschlecht, hier steht jedoch die Rückwirkungen einer gescheiterten Beziehung im Mittelpunkt.Er ist einen Tick schneller als die vorherigen 2 Tracks und gefällt mir auch thematisch ein wenig besser. Lieblingszeile:

„There’s all those places we used to go but that place on memory lane you like still looks the same.“

Why’d you only call me when you’re high hat schon einmal den Preis für den besten Titel auf AM verdient.Ein wenig energischer wie zuvor, dennoch fehlt mir die Energie in der Hook. Die Brigde besänftigt ein wenig, aber das gewisse Etwas fehlt mir hier leider wieder. Lieblingszeile:

„And as I arrived I thought I saw you leaving, carrying your shoes
Decided that once again I was just dreaming, of bumping into you“

Snap Out Of It ist der 10 Track des Albums,geht sehr nach vorne und hat bei mir deswegen großes Ohrwurmpotenzial.Er kommt locker-leicht daher und klingt sehr frisch – I like,perfekt zum mitschnipsen Lieblingszeile:

„Forever isn’t for everyone Is forever for you?
It sounds like settling down or giving up but it dont sound much like you girl“

Der 11. Track heißt Knee Socks und enthält sehr viele süße Details, insbesondere der Verweis auf Filmintro von „Mean Streets“ hat mir besonders gefallen. Lieblingszeile:

„You and me could have been a team each had a half of a king and queen seat“

Als letztes I Wanna Be Yours, indem sie sich von John Cooper Clark inspirieren ließen. Sie haben hier viel experimentiert,aber die schöne Melodie macht es sehr atmosphärisch. Das abrupte Ende finde ich dennoch etwas unglücklich. Lieblingszeile:

„You call the shots babe I just wanna be yours“

 

Fazit

Auf dem 5. Studioalbum ist der Sound ist minimalistischer, aber dennoch experimentierfreudig . Der energische Rock weicht dem ein bisschen cheesy 70er Jahre Sound.Außerdem werden Hip-Hop Einflüsse deutlich,besonders bei One For The Road. Insgesamt kann man sagen, dass die Arctic Monkeys bei ihrem Sound gezielt auf Dinge verzichtet haben, aber dennoch sie geblieben sind.Ihre Songs sind immer noch tanzbar und haben einen hohen Ohrwurmfaktor. Mir persönlich ist es dennoch ein bisschen zu mild geworden, die alte Frechheit ist nicht mehr offensichtlich da. Alex Turner bleibt natürlich ein lyrisches Genie und das Album ist ein Wachser, denn die vielen, kleinen Details bekommt man erst nach ein paar Mal hören richtig mit.

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