Die Hamburger Power-Crew von Neonschwarz bringt kommenden Freitag (19.09) ihr Debütalbum Fliegende Fische heraus, was wir zum Anlass genommen haben, uns mit Johnny Mauser, Captain Gips, DJ Spion Y und Marie Curry auf einen Plausch zu treffen, bei dem wir ihnen das ein oder andere Loch in den Bauch gefragt haben.
Mit dem Kopf voller links-politischer Ideen und Meinungen machen sie Rap mit gesungenen Refrains in bester Audiolith-Manier. Vielen wird der Überhit On a Journey ein Begriff sein, den 2010 zunächst Johnny Mauser und Captain Gips allein veröffentlicht hatten. Da Marie Curry schon bei der ersten Version die Vocals beisteuerte, wurde es nach der Gründung von Neonschwarz erneut unter neuem Namen veröffentlicht.
Ab Ende September sind sie auf großer Tour durch Deutschland und Österreich, die Termine findet ihr wie immer rechts in unserem Eventkalender.

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Wenn ich heute den Berufswunsch, den ich als Kind hatte, ausüben würde, dann wäre ich jetzt… 
Wenn ich ganz ehrlich bin, wollte ich immer Bauer in Frankreich werden. Hat leider nicht ganz geklappt: weder bin ich Bauer, noch lebe ich in Frankreich.
Marie: Das, was ich jetzt bin. Ich habe das früher immer in alle Poesiealben reingeschrieben: “Traumberuf: Sängerin”

Wenn ich mein ganzes Leben nur noch ein Lied hören dürfte, wäre das…
Alle: Listen to your Heart von Roxette!

Wenn ich mir eine noch so utopische Zukunft aussuchen könnte…
Eine Welt ohne starre Grenzen und ohne Krieg, in der alle Menschen miteinander leben, egal welche Hautfarbe, Religion oder sexuelle Orientierung sie haben. Mit gutem Essen. Und dass alle im Luxus leben und machen, was sie wollen.

Wenn ich einen unendlichen Betrag an Geld zur Verfügung hätte…
Ich würde mir einen Bauernhof in Frankreich kaufen! (lacht)
Marie: Wir würden auf jeden Fall ein großes Haus kaufen und dort ein Zentrum aufmachen; mit Studio, schönen Auftrittsmöglichkeiten, Raum für Ausstellungen, Workshops, Fortbildungen und sowas.
Nur auf Musik ausgelegt oder für alle Formen der Kunst?
Nee, für Musik, Kunst, Handwerk… Einfach was, wo Menschen zusammen leben und kreativ sein können.

Wenn ich eine Zeitmaschine besäße…
Marie: Ich fänd‘ die 20er ganz interessant wegen der Weimarer Republik, der damaligen Kulturszene und den Anfängen der Frauenbewegung.

Wenn ich einen Musiker meiner Wahl (egal aus welcher Zeit) treffen könnte, wäre das…
Marie: Rio Reiser. Wobei, Amy Winehouse wäre auch cool. Oh und Michael Jackson!

Wenn ich mich in ein Tier verwandeln könnte, wäre das…
Einstimmig: Dann wären wir ein fliegender Fisch! Unser Album heißt Fliegende Fische, deswegen natürlich die Verwandlung in so einen. Obwohl die ja schon nach ein paar Metern wieder runterklatschen… vielleicht also doch lieber in einen fliegenden Vogel-Fisch verwandeln. Oder sowas in der Art.

Wenn ich nur noch ein Konzert in meinem Leben besuchen dürfte, wäre das…
Ich würde wieder die Zeitmaschine benutzen (lacht) und mir den Auftritt von Megaloh hier auf dem Dockville ansehen, den habe ich nämlich leider verpasst. Und wenn wir eh schon bei der Zeitmaschine sind, dann nehmen wir auch noch das Rage Against the Machine Konzert in der roten Flora aus 1996 mit. Und natürlich die ersten legendären Hip-Hop-Jams im Norden Deutschland, die Anfänge von den Beginnern und Samy live miterleben.

Wenn ich die Wahl zwischen einem kleinen Auftritt vor meinen größten Fans und einem riesengroßen Auftritt vor einem weniger leidenschaftlichen Publikum hätte…
An kleinen Shows ist halt charmanter, dass man näher an den Leuten dran ist, bei großen Auftritten flasht uns aber die Menge an Besuchern natürlich schon… Außerdem sind die größten Fans bei den riesigen Konzerten ja auch dabei. Also Letzteres.

Wenn ich mir eine Interviewfrage aussuchen dürfte, würde ich mich fragen…
Puhh… Keine Ahnung.
Okay, dann andersherum: Welche Interviewfrage könnt ihr gar nicht mehr hören?
„Wie kamt ihr auf den Namen?“ (lachen)

Vielen Dank für das Interview, Neonschwarz!

Photo Credits: Till Gläser