Holla die Waldfee! Das Jahr ist schon wieder zu Ende. Wie jede letzte Dezemberwoche sitzen wir hier und fragen uns, wie die Monate so schnell vergehen konnten und sind erstaunt, erfreut und belustigt über Songs und Musiker, die uns dieses Jahr mit ihrem Klang beehrt haben. Wir halten euch hier unsere Highlights aus 2017 fest und möchten an dieser Stelle auch wieder ein großes Dankeschön aussprechen – an alle Zusammenarbeitenden, Unterstützenden und Euch, die ihr doch immer wieder Freude an unseren Beiträgen findet. Wir freuen uns auf viele Song- und Albumreleases, Festivalerlebnisse und Konzerthighlights in 2018, auf das Versuchen, Musiker und ihren Stil zu verstehen und das Verlieben in einzelne Hits oder Platten. Wir wünschen euch jetzt schon ein wunderbares neues Jahr und einen phänomenalen Jahreswechsel.

 

Samira

 

Antonia

 

Song des Jahres

Maria

Ich hörte spannende Stories, in denen ich den von Samira genannten Song lautstark und textsicher in der Öffentlichkeit vor mich hin schreie, deswegen war es keine leichte Entscheidung, welcher nun der Song meines Jahres ist. Es ist aber dieser hier geworden, der mein Gemüt auch nüchtern berührt.

Samira

Wenn ich nach der Häufigkeit des Hörens gehe; definitiv Green Light von Lorde. Konzert und Album waren auch spitze!

Antonia

Von den Veröffentlichungen, die 2017 erschienen sind, ist Chronic Sunshine von Cosmo Pyke mein Song des Jahres. Glaubt man Spotify, so sind meine fünf meistgehörten Tracks aus 2017 allerdings alle mindestens drei Jahre alt.

 

Sommerhit des Jahres

Maria

Ihr glaubt nicht, wie froh ich war, endlich wieder Neues von Arcade Fire zu hören! Wie kann man bei dieser windig-weichen Melodie nicht den Sommer genießen?

Samira

Der perfekte Soundtrack um in Adiletten durch die Hostelküche zu tanzen

Antonia

Ganz klar und ohne zu überlegen: Boys von Charli XCX. Ein Motto, ein Gefühl, eine Hymne.

 

Album des Jahres

Maria

New Estate schafft es auf seinen Platz, obwohl es eigentlich nur eine EP ist. Trotzdem hat mich keine Veröffentlichung so in den Bann gezogen wie das Debüt der süßen Boys.

Antonia

Keine Überraschungen an dieser Stelle: The OOZ vom einzig wahren Baby Blue – King Krule. Wer es dieses Jahr geschafft hat, mich eine Stunde und sechs Minuten konzentriert einer 19 Tracks langen neuen Veröffentlichung zuhören zu lassen, hat sich diesen Platz verdient.

 

Überraschung des Jahres

Maria

Ich war zunächst nicht sicher, was ich von dem ersten Song aus dem neuen Album halten soll und war überrascht, dass eine Band mit einer sehr jungen Fanbase sich abseits vom deutschen Hiphop traut, Wörter so überzeugend in den Mund zu nehmen, die sich Mütter nicht wünschen, dass ihre Töchter sie je hören müssen. Umso überraschender – und auch gut – dass Kraftklub so erfolgreich damit ist.

Samira

Das Wort impliziert etwas Positives, doch der Tod von Lil Peep hat mich wirklich eiskalt erwischt, wollte ich doch einen Monat davor noch auf sein Konzert in Berlin. Seit ich ihm in einer nächtlichen Klick Marathon auf Youtube entdeckte, habe ich seine beginnende Karriere mit Spannung verfolgt. Umso schlimmer, dass er mit blutjungen 20 gestorben ist. Was bleibt ist die bis dato erschienene Musik, die zumindest mich noch eine Weile begleiten wird.

 

Enttäuschung des Jahres

Maria

Dillon veröffentlichte ihr neues Album Kind, das mich, bei aller Liebe für die introvertierte Schönheit, absolut nicht überzeugte. Gerade weil so viel Arbeit und Zeit darinsteckt, lagen meine Erwartungen vielleicht zu hoch und so bin ich eher gelangweilt vom Ergebnis. Aber so ist das manchmal und ich bleibe doch lieber bei den alten Platten.

Samira

Ganz klar, Morrissey. Hätte er es bei seinem eher mittelmäßigen Konzert im SchwuZ belassen wäre alles cool. Wer aber Harvey Weinstein und Kevin Spacey verteidigt und deren Opfer als “einfach nur frustriert” bezeichnet, ist für mich nicht mehr unterstützenswert.

 

Live-Highlight des Jahres

Maria

Wer Whitney nicht live erlebt, verpasst etwas. Seit dem Auftritt der Cuteboys an einem Nachmittag im schwitzig-heißen Palastzelt beim Maifeld Derby warte ich auf das nächste Konzert. Neben der so perfekten Musik lockert Sänger und Schlagzeuger Julien Ehrlich so wunderbar die Stimmung mit seinen Sprüchen auf und man verliebt sich viel zu schnell.

Samira

Für mich war das Roskilde Festival insgesamt ein riesen Highlight. Es ist nicht nur das größte Festival auf dem ich je war, auch der Non-Profit Gedanke und das Engagement der ganzen ehrenamtlichen Helfer ist einfach der Wahnsinn. Besonders beeindruckend war es The Weeknd vor einem Meer aus Menschen und Fahnen performen zu sehen – die herrschende Windstärke gab allem zusätzlich einen endzeitmäßigen Charakter.

Antonia

In Kate Nash habe ich mich erstmals mit 13 verliebt. Ich war an der Schwelle zu einem neuen Lebensabschnitt, alles war schrecklich verwirrend und Made of Bricks das, was mich auffing. Fünf Jahre später geschah es erneut: mein Kopf wurde herzförmig, als ich hörte, wie viel kompromissloser, wütender und lauter Kate auf Girl Talk ihre Meinung in die Welt rief. Auch ich war gealtert, hatte Wut angestaut, auf das Leben, die Menschen, die Welt und Kate Nash begleitete mich. Im Sommer diesen Jahres fuhr ich nach Köln, um sie live zu erleben. Made of Bricks Anniversary Tour. Hm. Normalerweise heißt das, dass es das war mit der Karriere. Anniversary Tour, Best of Album, Reunion Tour. Doch hier: weit gefehlt. Die früher so locker-leichten Lieder wurden dem Publikum entgegen geschmettert, ohne etwas von ihrer Qualität einzubüßen, es wurde getanzt, geschrien, geweint, geflüstert – und ich verliebte mich einmal mehr.

 

Newcomer des Jahres

Maria

Ich reihe mich in eine Reihe ernstzunehmender Musikkritiker und muss, weil es schon genügend Lobeshymnen gibt, nichts weiter zu meiner Wahl sagen: Faber

Samira

Meine liebste Kategorie, deswegen möchte ich mich auch dieses Jahr nicht nur auf einen Newcomer beschränken.
Cosmo Pyke hat mit seiner EP meinen Sommer versüßt, umso gespannter bin ich, was man in Zukunft von dem Briten hören wird. Quasi aus dem Nichts wurde Daniel Caesar mit seiner Ballade Get You auf meine Youtube Startseite gespült, auch hier große Erwartungen. Last but not least: Eunique. Ich oute mich hiermit als Fangirl und kann es kaum erwarten, bis ihr Debüt nächstes Jahr rauskommt. Mega!

 

Video des Jahres

Maria

Samira

Alvvays – Dreams Tonite

Antonia

King Krule – Czech One

 

Die besten Dancemoves des Jahres

Maria

Jonny, wieso wirst du eigentlich nicht älter und bleibst dein Leben lang so cool, sodass jeder neidisch sein kan?

Samira

Es ist 2017 und Haim bringen den Linedance in die Indiedisko

Antonia

Alex Cameron macht es vor, Jemima Kirke imitiert – schöner wurden weiße Shirts und ausgewaschene Jeans seit Bruce Springsteen von niemandem mehr gepriesen.

 

Beste Songzeile des Jahres

Maria

Was kann ein Mausi dafür?

Samira

My guy pretty like a girl
And he got fight stories to tell
I see both sides like Chanel
See on both sides like Chanel

Antonia

Wonder if you look both ways when you cross my mind.

 

Girlpower des Jahres

Maria

Samira

Egal welches Genre, gefühlt war 2017 das Jahr der starken Künstlerinnen. Von Cardi B (wie nice ist Bodak Yellow?) bis St. Vincent über SZA hin zu Lorde. Die Liste könnte ewig weitergehen, bitte mehr davon 2018.