Unglaublich, wie schnell ein Jahr vergeht. Schon wieder blicken wir zurück und versuchen, alle musikalischen Highlights Revue passieren zu lassen, um euch schließlich erneut unsere persönlichen Jahrescharts zu präsentieren.
So viele neue Künstler, alte Musiker mit neuen Alben, viele besuchte Festivals und Konzerte, dass unser Köpfe ordentlich geraucht haben, als es an die wirklich schweren Entscheidungen des Lebens ging.
Wir möchten an dieser Stelle unsere letzten Glühweintassen des Jahres auf all die Menschen erheben, die mit uns in Kontakt standen. Allen Partnern und Künstlern ein großes Dankeschön! Wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit. Letztendlich bleibt uns nun nur, allen Freunden und Lesern des Blogs einen guten Jahreswechsel zu wünschen. Möge der DJ auf eurer Party all eure Wünsche erfüllen.

 

Antonia

Live-Highlight

Mein gesamtes Umfeld weiß es und zugegeben: es würde mich nicht wundern, wenn selbst mein Chef es wüsste. Ezra Furman ist mein Künstler des Jahres in so ziemlich jeder Hinsicht. Angefangen mit seinem Auftritt beim Stuttgart Festival, bei dem er ganz lässig SBTRKT in den Schatten stellte über unzählige Stunden, die von seiner Musik begleitet wurden (siehe oben) bis hin zu seinem Auftritt im Keller Klub diesen Herbst. Lange habe ich darauf gewartet, dass jemand es schafft, Future Islands von ihrem Liebster-Live-Act-Thron zu stoßen – Ezra Furman hat es dieses Jahr wobblend geschafft.

 

Newcomer

Meine Newcomer des Jahres sind Drangsal und Isolation Berlin. Beide schweben musikalisch zwischen Joy Division und Morrissey, sind jung und unzufrieden. Wer könnte sich damit nicht identifizieren? Erstere sah ich dieses Jahr auf dem Maifeld (und trag sie anschließend zum Interview), auf letztere freue ich mich kommendes Jahr bei eben diesem Festival besonders. Wer weiß, vielleicht werden sie dann mein Live-Highlight des Jahres?

 

 

Carina

Live-Highlight

Ganz ehrlich? Mein Live-Highlight 2015 war das Fusion Festival. Man denkt immer, man hat schon alles gesehen… und dann fährt man auf die Fusion. Wahnsinniges Erlebnis, das ich unglaublich gerne nächstes Jahr wieder erlebt hätte, aber dank Ticketverlosung inkl. Mehrfachregistrierungen wurden wir (noch?) nicht gezogen. Ich wünsche allen die gerne Regeln brechen und nicht fair spielen, dass ihr Bier stets warm und wässrig schmecken mag und der Dealer von nebenan das Koks mit Waschmittel verwechselt. Auf der Fusion ließ ich mich treiben und habe daher keine Ahnung, was ich mir ansah (außer Siriusmodeselektor), aber um noch ein paar spezifische Acts zu nennen:
Public Service Broadcasting gaben trotz der eher mageren Fangemeinde richtig Gas auf dem Southside und hatten interplanetarische Visuals aus fernen Galaxien und Jahrzehnten; sowie Live-Bläser im Gepäck. Auch Parov Stelar fand ich dort nice und erwähnenswert. Beim MELT! Festival wiederum überzeugten mich Young Fathers, Odesza und Jon Hopkins. Obwohl noch viele andere Festivals besucht wurden, fanden meine Highlights alle in Ferropolis statt.

 

Newcomer

Newcomer habe ich leider nicht wirklich für euch parat. Drangsal, Occupanther und Yuko Yuko sollte man weiter beobachten, alle haben durch Live-Performances überzeugt und verdienen eine größere Hörerschaft. Statt vergeblich nach mehr Tipps zu suchen (wir informieren euch doch sowieso via Social Media Kanälen über den neusten Shit), empfehle ich euch zwei Videospiele – ja, genau, why not? – mit Erscheinungsjahr 2015, deren Soundtracks sagenhaft gut sind: Life Is Strange und Hotline Miami 2: Wrong Number. Könnt bei Interesse auf Spotify nach den OSTs nachschauen :)

 

 

Maria

Live-Highlight

Alt-J im Februar in der Stadthalle Offenbach. Davor konnte ich noch gar nicht so viel mit der Band anfangen, gleich am nächsten Tag kaufte ich mir das Album This is all yours und höre es immer noch rauf und runter.
Madsen auf dem Highfield Festival. Alte Liebe rostet nie.
Florence and the machine im Dezember in der Barclaycard Arena Hamburg. Der große Traum, diese Frau live zu sehen, ging in Erfüllung. Ich werde mein Leben lang davon schwärmen.

 

Newcomer

Spooky Black lernte ich über Youtube kennen. Der Junge kann was! Aurora sahen wir beim diesjährigen Maifeld Derby und die zarte Elfe verzauberte mich mit Allem, was sie kann. Ich warte sehnsüchtig auf das Album im nächsten Jahr.

 

 

Natalie

Live-Highlight

Ich war dieses Jahr auf vergleichsweise wenigen Konzerten (ich arbeite dran!). Trotzdem gab es Highlights: Beatrice Eli legte einen energischen Auftritt beim Berlin Midsommar Festival hin, das Destroyer Konzert im Lido war trotz der vielen live Mitglieder sympathisch minimalistisch und Axwell^Ingrosso im Bootshaus haben einfach Spaß gemacht (ugh, mainstream EDM!).

 

Newcomer

Bei Olga Bell weiß ich zwar immer noch nicht, ob ich ihre Musik genial oder überladen finde, aber das Multitalent aus Moskau/Alaska/New York hat definitiv einen sehr eigenen Stil und bleibt in Erinnerung.
Erst heute hat mir eine Freundin Ruelle gezeigt: Keine leichte poppige Kunst, aber sehr authentisch und mit viel emotionaler und musikalischer Tiefe. Anspieltipp: Until We Go Down
 

 

Samira

Live-Highlight

Florence + The Machine auf dem Southside Festival. Lange musste ich auf diesen Moment warten, diesen Sommer hatte ich dann endlich eine Audienz bei Queen Florence. Bester Liveact seit langem, emotionale ein einhalb Stunden die ich nicht mehr missen möchte.
Kraftklub auf dem Kosmonaut Festival. Zugegebenermaßen ein Heimvorteil, Karl-Marx-Stadt liebt seine Lieblingsband. Das minutenlange Pyrospektakel am Ende des Sets saß dem ganzen das Sahnehäubchen auf. Ich habe mir geschworen 2016 wieder gen Osten zu fahren.
Iceage auf dem Maifeld Derby. Das Brückenawardzelt hat sich dieses Jahr zu meiner Lieblingsbühne gemausert. Neben vielen interessanten Acts, sind mir vor allem Iceage aus Dänemark im Gedächtnis geblieben. Die unglaubliche Ausstrahlung des Sängers Elias ist mindestens genauso beeindruckend, wie die Energie, die sofort auf das Publikum überschwappte.
Edgar Wasser im Café Central in Weinheim. Spontane Konzertbesuche sind manchmal die besten, so auch in diesem Fall. Ich habe noch nie so viel bei einem Konzert geschmunzelt, wenn ihr die Chance habt Edgar Wasser live zu sehen, dann ergreift diese.
IAMNOBODI auf dem Dockville Festival. Geburtstagsfeierei mit einem der spannendsten Produzenten des Jahres. Nur gute Menschen um mich, Bilderbuchwetter und der Blick auf den beleuchteten Rethe-Speicher – Mehr braucht man nicht!

 

Newcomer

 

Mit Sunny Jane/U R My Sunshine hat Yuko Yuko sich direkt in mein Herz gesungen. Sein nostalgisch-spaceiger Pop ist erfrischend anders, wer Rat Boy Mag wird den Niederländer lieben. In einem ähnlich verträumten Soundbereich befindet sich auch Shura, die mit ihrer nymphenhaften Stimme feinsten Bubblegumpop produziert. Das Video zur Single Touch hat der Britin einen kleinen Internethype beschert, aber auch die anderen Songs sind mehr als hörenswert.
Dieses Jahr habe ich meine Liebe für Punkmusik wieder aufflammen lassen. Mit verantwortlich dafür waren Bands, wie Ought und Fidlar, deren Alben es leider nicht mehr in meine Top 10 geschafft haben. Zwei sehr spannende Bands, die man für 2016 unbedingt auf dem Radar haben muss. Neben besagtem Punk lief dieses Jahr generell wieder sehr viel deutschsprachige Musik. Die nächsten beiden Gruppen könnten unterschiedlicher nicht sein, trotzdem müssen sie an dieser Stelle erwähnt werden. Isolation Berlin habe ich verhältnismäßig spät auf dem Schirm gehabt, dann aber über Tage ausgiebig gehört und mich sofort verliebt. Poetische, teilweise sehr düstere Texte über Liebe, Leben und Großstadteinsamkeit. Die werden im kommenden Jahr sehr groß werden, da bin ich mir sicher. In Hamburg begann alles, dieses Jahr ist der Hype um die 187 Straßenbande auch im Rest des Landes angekommen. Sehr authentischer, rougher Straßenrap. Speziell das Album Ebbe & Flut von Mitglied Gzuz hat mich überzeugt. Mittlerweile habe ich jedes Youtubevideo der Bande gesehen und warte sehnlichst auf neues Material. Wer dem Deutschrap nicht abgeneigt ist, sollte sich das auf jeden Fall mal reinziehen.

 

Playlist