Die hohen Temperaturen der letzten Tage lassen in unserem Mund das Wasser zusammenlaufen und das Lechzen nach einem Becher Wilden Hirsch immer größer werden. Unendlich groß ist da die Vorfreude auf das Maifeld Derby, auf das wir mittlerweile nicht mehr einen Monat warten müssen. Wie wir uns vorbereiten? Wir haben schon Züge nach Mannheim gebucht und suchen die ersten Outfits raus. Außerdem basteln wir an unseren Timetables, natürlich auch dieses Jahr wieder mit unserem Timetable-Konfigurator – dem einfachsten Weg eine hübsche und praktische Übersicht zu erstellen. Dabei möchten wir es nicht versäumen, euch unsere Empfehlungen mit auf den Weg zu geben, damit ihr beim Festival bloß nichts Sehenswertes verpasst. Hier findet ihr schon unsere ersten 10 Must Sees, es folgen nun weitere.

Jack Ladder

Freitag, 17:50 – 18:30, Parcours d’amour

Holt das Konfetti raus – hier kommt der perfekte Act um den Parcours d’amour einzuweihen! Ladders Stimme erinnert stark an Editors-Charakterkopf Tom Smith, das ist eine perfekte Voraussetzung sich den Weg in unsere Herzen zu bahnen. Seine Musik klingt genau nach dem, was er ausstrahlt: Der Mittdreißiger sieht aus wie ein gut im Leben stehender Künstler, der schon viel erlebt hat. Mit diesem Auftreten ist die Wahrscheinlichkeit hoch, auf eine gute Liveperformance zu stoßen.

Baby Galaxy

Samstag, 15:20 – 16:00, Fackelbühne

Für uns ist der Mannheimer Brückenaward zu einer Art kleinem Maifeld Derby avanciert, denn auch hier ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass wir neue Bands entdecken und lieben lernen. Da sind Baby Galaxy aus Maastricht keine Ausnahme, wir freuen uns auf tanzbare vierzig Minuten vor der Fackelbühne.

Inner Tongue

Samstag, 16:40 – 17:20, Fackelbühne

Die wenigen Songs, die man sich online anhören kann, klingen alle gut vollkommen und nach jemandem, der sich viel Mühe macht, seine Songs zur Perfektion zu bringen. Dabei klingt die Stimme hinter Inner Tongue oft schüchtern, was die Liveshow umso spannender macht: Wird es langweilig oder kommt da jemand auf der Bühne aus sich raus? We’ll see!

Temples

Samstag, 18:50 – 19:50, Palastzelt

Die britischen Neuzeit-Stilikonen sahen wir bereits 2014 und waren gar nicht mal so begeistert. Weil sie uns aber auf Platte gefällt, geben wir der Band eine weitere Chance. In drei Jahren kann viel passieren, vielleicht haut uns der Auftritt also dieses Jahr vom Hocker.

Pabst

Samstag, 18:50 – 19:40, Brückenawardzelt

Nach den ersten Tönen von Skinwalker fühlen wir uns unfreiwillig an Nirvana erinnert.
Für alle, die keine Fans des Schubladendenkens sind: Es wird wie gewohnt laut am Samstag im Brückenawardzelt.

Primal Scream

Samstag, 19:30 – 20:30, Fackelbühne

Bilderbuch hin oder her, der Headliner auf den wir uns insgeheim am meisten freuen sind fucking Primal Scream! Als die Band ihre ersten Hotelzimmer zerstört hat, waren wir noch nicht geboren und trotzdem laufen Hits, wie Movin on up oder Country Girl regelmäßig. Wir können es kaum erwarten Sänger Bobby Gillespie über die Bühne tigern zu sehen.

Ryley Walker

Samstag, 22:10 – 23:00, Parcours d’amour

Als große Nick Drake-Fans hat Ryley Walker uns mit nicht zuletzt mit seinem folkigen Singer-/Songwriter-Charme verzaubert. Ein paar Minuten der Recherche eröffneten weiteren Grund zur Freude: sein Erstlingswerk, The Evidence of Things Unseen erschien nur auf Kassette – und das in 2011, als Kassette noch einfach nur uncool und nicht „uncool, aber so uncool, dass es schon wieder cool ist“ war.

Holygram

Sonntag, 14:40 – 15:30, Brückenawardzelt

Viel findet man nicht, wenn man das Internet nach Holygram durchforstet. Doch zwei Youtube Videos reichen, um ein Kreuz hinter deren Namen zu setzen. Muss man erstmal nachmachen.

Josin

Sonntag, 16:10 – 17:00, Parcours d’amour

Das Roosevelt-Konzert, das erst kürzlich im Stuttgarter Club Cann stattgefunden hat, hätte man nach dem Verlassen des Gebäudes getrost aus der Erinnerung streichen können – wäre da nicht der Opening Act Josin gewesen. Eine Frau zierlicher Gestalt stand dort auf der Bühne und baute um sich herum monumentale Klangwelten à la James Blake auf, ohne darin verloren zu wirken – im Gegenteil: sie schien in diesen einen Schutz zu finden, der sie vor der Kälte der Welt beschützt.

Klez.E

Samstag, 16:00 – 16:40, Palastzelt

The Cure sind natürlich super. Wenn Tobias Siebert, Frontman von Klez.E, mit seiner Robert-Smith-Gedächtnisfrisur in Nebel gehüllt und all black angezogen performt, erinnert das stark an den britischen Grunge. Auf deutsch und in getreuer Manier weltkritisch und leicht deprimierend. Aber wir wissen: traurige Musik zieht einen häufig viel stärker in den Bann als happy-go-lucky-Pop. Beim Konzert von Klez.E am Anfang des Jahres in der Berghain Kantine waren wir nach ein paar Minuten der Kunst auf der Bühne verfallen. Das wird im Palastzelt bestimmt anders kommen.

WHY?

Freitag, 20:10 – 21:00, Fackelbühne

Ein Freund hatte vor einiger Zeit einen seiner absoluten Lieblingssongs gezeigt: „Vowels Pt 2“ von Why?. Davor noch nichts von dieser Band gehört, lief der Song kurz darauf auf Dauerschleife. Die Kalifornier starteten zuerst eher als Hip-Hop-Formation und entwickelten sich immer mehr in die Indie-Richtung–und das klingt live sehr spannend. Übrigens: Why? machten das „Prism is A Dancer“-Format vor dem Neo Magazin Royale: 2013 brachten sie eine EP für ihre größten Fans heraus. Sie stalkten die Fans davor ganz genau; so handelt ein Song von dem Twitter-Feed eines Fans. Also: watch out! Vielleicht wissen die Cali-Boys mehr über euch als ihr über sie.