Deutsch: Die Unzähmbaren. The Sunday Times: An enchantingly theatrical pop extravaganza.

Ich stelle die Behauptung auf, dass sich Lady Gaga ein paar Dinge, besonders zu Artpop, bei The Irrepressibles abgeguckt hat. Sie sind ein Ensemble aus zehn Musikern, die zusammen ein unkonventionelles Orchester bilden. Die Rebellion ist allpräsent, nicht nur im Namen und der Konstellation, sondern vor allem wegen der Live Performance und des äußeren Erscheinungsbildes.
Die Musik selbst ist so vielseitig, wie es zehn Menschen eben erschaffen können. An Spitze steht der Engländer Jamie McDermott, der die Truppe um 2005 zusammengestellt hat. Dabei war und ist sein Konzept die Verschmelzung aus Musik, Mode und Performance Kunst, aus welchem fünf Jahre nach Gründung das Debütalbum Mirror Mirror entstand.
Diese Beschreibung hört sch zugegebener Maßen doch sehr abstrakt an. Einen akustischen Vergleich zu David Bowie oder Kate Bush zu ziehen hilft dabei genauso wenig wie mit Begriffen “Surrealismus” oder “Glam Rock” um sich zu werfen. Am besten zeigt es dieser Live Mitschnitt:

Orchester! Eben. Mit einer Schar an Instrumenten bestehend aus Geige, Bratsche, Cello, Kontrabass, Klavier, Oboe, Flöte, Englischhorn/Saxophon und Percussion und aufwendigstem Make Up und Styling erinnert die Selbstdarstellung der Band an extravagantes Theater.

Es ist aber nicht nur dieser Aspekt, der für The Irrepressibles charakterisierend ist. Jamie McDermott erklärt die anfänglichen Gründe für die Entstehung der Band und somit auch immernoch eine Quintessenz folgendermaßen:

“Die Irrepressibles stehen nach meiner Ansicht für zwei Dinge: Ich wollte das Verliebtsein eines homosexuellen Mannes dergestalt umsetzen, dass sich auch heterosexuelle Menschen darin wiederfinden können (…) Auf der anderen Seite geht es um Schauspiel.”

Der erst genannte Aspekt kommt besonders deutlich bei der Videoproduktion für das aktuelle zweite Album Nude heraus. Die Band bat homosexuelle Paare, Videos von deren Kuss einzuschicken, welche dann für drei Singleauskopplungen aus dem Album mit verwendet wurden. Da kann die GQ so viel – zugegeben ebenfalls gelungener – #Mundpropaganda Fotoshootings machen wie sie mag. An die Authentizität von z.B. diesem Video zu Two Men In Love dranzukommen ist schwierig.