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Frohe Weihnachten euch allen! Wir hoffen, ihr habt eine gute Zeit. Nach vier Adventen und vier Bandvorstellungen folgt nun die letzte aus dieser Reihe (natürlich geht es schon bald regulär weiter, keine Sorge). Nun zum heutigen Künstlerprofil: Small Black.

Eine Band aus Brooklyn, New York, die sich 2007 gründete und 2010 ihr erstes Album veröffentlichte, fällt zugegeben nicht mehr unter die Kategorie “Newcomer”. Doch mag es dieses Phänomen geben, dass manche Bands erst ein paar Jahre später durchsickern und bekannt werden. So habe ich New Chain, das soeben erwähnte Debütalbum, verpasst und hüpfte erst dieses Jahr nach ihrem Release von Limits of Desire in das Boot der Hörer (und Fans) von Small Black.

Josh Kolenik, Ryan Heyner, Jeff Curtin und Juan Pieczanski – das sind die Künstler dahinter – sind gleich bei zwei Plattenfirmen unter Vertrag; Jagjaguwar und Lovepump United Records. Erstere hat u.a. Größen wie Bon Iver, Volcano Choir und Unknown Mortal Orchestra unter Vertrag. Umso verwunderlicher, warum das Konzert am 27. September 2013 im Hafen 2, Offenbach, so.. sagen wir mal „bescheiden“ besucht war. Die Jungs sind nämlich in der Vergangenheit schon als Vorband von Washed Out auf Tour gegangen und haben mit ihnen auch eine Split Single veröffentlicht. Auf dieser ist jeweils ein Track von beiden Bands, den die andere Band geremixt hat.
Washed Out scheinen außerdem große Fans und/oder sehr gute Freunde von Small Black zu sein, da sie auf ihrer letzten Tour mitten im Konzert Despicable Dogs gecovert haben. Das würden sie natürlich nicht machen, würde die Musik stilistisch nicht zum Konzept passen, jedoch haben sich Small Black auch genau in diesem Genre eingeordnet.

Wie ihr hören könnt, ist Despicable Dogs (ihre erste Single aus dem Jahre 2009 und das eben erwähnte [dem Anschein nach] Lieblingslied von Washed Out), ein verträumter Lo-Fi/Chillwave Song. Sie selbst würden ihre Musik übrigens nicht in die “Chillwave-Schublade” stecken. Vor ein paar Jahren hätte ich das auch nicht gemacht, da sie etwas noisiger, verkratzter, grungiger (= Lo-Fi) klangen – wenn auch trotzdem mit synthpoppigem Unterton –, wie man auch dem Video entnehmen kann. Doch widmen wir uns der Band im Jetzt, so werden deutliche Unterschiede klar: Elektronischer sind sie geworden, weicher und auf eine bestimmte Art auch fröhlicher, was das Hörerlebnis angeht. Hört selbst, hier nun Breathless aus dem aktuellen Album:

Ich kann euch die im Mai 2013 erschienene zweite Platte Limits of Desire sehr ans Herz legen, wenn ihr auf “gute Laune”-Musik steht, die gerne auch etwas quietschigere Vocals an den Tag legt; zu der man aber auch super tanzen kann. Meiner Meinung nach ist das Album auch leider ein Grower – sprich es wird besser, umso öfter man es hört. Jeder sollte demnach für sich selbst entscheiden, ob es ihm das Wert ist. Ich finde: ja, auf jeden Fall.

 

Konzertbericht

Da ich ein Konzert ansprach, nachfolgend ein paar Wörter und Fotos vom 27.09.13 im Hafen2 (Offenbach, bei Frankfurt/Main): Die Jungs, super sympathisch und kaum abgelenkt dadurch, dass die kleine Halle nicht ansatzweise gefüllt war, kamen also grinsend auf die Bühne und teilten ihre Freude gleich mit den Besuchern des Konzerts. Obwohl ich alleine auf dem Konzert war, was ich in den meisten Fällen nicht so gerne mache, habe ich mich rundum wohlgefühlt und ließ mich in den Bann der Musik ziehen. Die Stimmung war besser, als auf manch 3000 Leute Konzert, es wurde schön getanzt und gelächelt. Eine Setlist konnte ich bis zu diesem Bericht leider nicht mehr auftreiben – das Konzert ist schließlich auch schon eine Weile her. Hier nun aber ein paar Fotos:

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Ich hoffe, sie werden auf ihrer nächsten Deutschland-Tournee ein paar mehr Besuchern einen schönen Abend bereiten können. Dieser Text könnte immerhin schon mal ein Anfang sein; in der Masse der Veröffentlichungen (gerade bei der Konkurrenz in diesem Jahr!) geht eine kleine Band schnell mal unter. Zum Glück ist gute Musik gut, egal wann sie veröffentlicht wurde und es ist nie zu spät für eine neue Entdeckung.

 

Photo Credits: PR Picture © by Small Black, Jagjaguwar Records; Concert Pictures © by Carina Huber