Darauf, dass Glass Animals zu den Bands gehört, die man 2014 nicht aus den Augen lassen sollte, können sich zur Zeit alle einigen. Aus gutem Grund, wie ich finde.

Das Wichtigste zuerst: Sie sind erfrischend anders. Keine schon mannigfach gesehenen nervigen Ankündigungschwälle, sobald eine neue Single auf den Markt kommen soll, keine Vermarktung im Überfluss also. Wo sie stünden, wenn sie zu Beginn ihrer Karriere zu den Mitteln gegriffen hätten, die im Musiksektor üblich sind, ist uninteressant. Viel schöner und angenehm authentisch ist hingegen, wie sie ihren Fans seit jeher begegnen. So veröffentlichten sie zuletzt beispielsweise eine simple Zeichnung eines Bandana-tragenden, tätowierten Alpakas mit der Bildunterschrift:

“First things first… Here’s a drawing of Tupac if instead of being human he was an alpaca.”

auf ihrer Facebookseite, bevor sie ankündigten, dass sie einen neuen Mailverteiler haben:

“We’ll probably send you approximately two and a half e-mails and one drawing a year if you sign up.”

Wer – anders als ich – diese Art von albernem Humor nicht grandios, sondern eben nur albern findet, dem mag dennoch ihre Musik gefallen.

Die vier Jungs aus Oxford machen Synth-Pop mit einer Menge nicht-synth-poppigen Aspekten wie den ab und an auftretenden dubbigen Beats, dem souligen Gesang und einem leicht durchschimmernden Einfluss aus der erotischsten aller Schublade im Schrank der Musik: des R’n’B. Sie selbst nennen Flying Lotus, Burial und Animal Collective als Bands, die sie auf ihrem Weg inspiriert haben. Kein Wunder also, dass sie all denen, die diese Bands mögen, gefallen werden.

Auf ihrer EP Glass Animals sind vier Tracks zu finden: PsyllaBlack MamboExxus und mein Favorit Woozy, auf dem die äußerst talentierte Jean Deaux auf ein im Hintergrund vor sich hin plätscherndes Klanggebilde singt und rappt.

Ob es ein Album geben wird, ist zwar noch nicht bekannt, doch so viel ist klar: auf alles, was da noch kommt, kann man sich aufgeregt wie ein kleines, quietschendes Kind freuen. Ich zumindest tue dies schon jetzt.

 

Photo Credits: David Drake