Zur Person:

Die gebürtige Brasilianerin Dillon heißt mit vollem Namen Dominique Dillon Byington. Mit ihrem Album “This Silence Kills” gelang ihr der Durchbruch. Der elektronische Sound gepaart mit ihrer zerbrechlichen Stimme trifft den Nerv der Zeit und stößt genreübergreifend auf große Begeisterung.
Erst kürzlich veröffentlichte sie ihr 2. Abum “The Unknown”, ihre Deutschlandkonzerte sind fast alle ausverkauft.

 

Das Konzert:

Schwarz gekleidet und mit den Haaren tief im Gesicht hängend, betritt Dillon um 21:15 die Bühne des ausverkauften Karlstorbahnhofs. Diese ist wenig bis gar nicht beleuchtet, zusätzlich erschwert dichter Nebel die Sicht auf die Sängerin. Sofort nimmt sie den Platz hinter ihrem Piano ein, von dem sie sich eine ganze Weile nicht wegbewegt. Ihr Partner Tamer F. Özgönenc, der für die elektronischen Parts verantwortlich ist, bleibt auf der rechten Seite der Bühne stehen.
Das komplette Auftreten erinnert mehr an eine Performancekunst à la Lykke Li,als an ein klassisches Konzert. Mich persönlich beeindruckt das mysteriöse, fast schon inszenierte Verhalten aber weniger. Überzeugend sind ihre herausragende Stimme und die nachdenklichen Songs.
Diese handeln häufig von unerfüllter Liebe und wirken teilweise wie eine Art Selbsttherapie für Dillon, die auf der Bühne in ihrer ganz eigenen Welt zu sein scheint. Die Menge verhielt sich der Musik entsprechend eher ruhig und war total im Bann der Kölnerin gefangen. Die Interaktion mit dem Publikum beschränkt sich anfangs auf ein „Vielen Dank“ hier und da. Beim Song “Tip Tappin” jedoch animiert sie die Zuhörer zum mitsingen, die dem mystischen Charme der 23- jährigen hier bereits vollkommen erlegen sind. “Tip Tappin” war neben “Thirty Thirtyfive” und “You Flash Against Mine” eines meiner drei Highlights des Konzerts. Nach einer guten Stunde verabschieden sich Sängerin und Partner vom verzauberten Publikum, das sich mit einem Lächeln auf den Weg nach Hause macht.

 

Fazit:

Schade war, dass Dillon sich auf der Bühne hinter Unmengen an Nebel verstecken musste und kaum mit dem Publikum interagierte. Sieht man darüber hinweg, war es ein schönes Konzert, das genau die richtige Mischung aus elektronischen Klängen und ruhigen Momenten bot.
Dillons Stimme ist zauberhaft und lädt zum träumen ein. Ich würde sie mir zukünftig ein bisschen fröhlicher wünschen, aber das scheint die Musik leider nicht wirklich herzugeben.

 

Setlist:

01. Intro
02. You Cover Me
03. A Matter Of Time
04. You Are My Winter
05. Thirty Thirtyfive
06. In Silence
07. You Flash Against Mine
08. Tip Tappin
09. Gumache
10. The Unknown
11. This Silence Kills
12. ?
13. Don’t Go
14. Lightning Sparked
15. Contact Us
16. Abrupt Clarity

 

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Photo Credits: Samira Wacker