Alles Gute kommt aus Manchester.
Erinnern wir uns nur einmal an Oasis oder The Smiths, aber sind The 1975 wirklich “The Next Big Thing”? Davon wollte ich mich auf deren Konzert im Rahmen ihrer ersten Headlinertour überzeugen.
Das gleichnamige Debütalbum hatte mir schon gut gefallen und ich freute mich auf einen kleinerer Konzertabend – komplett falsch gedacht!
Einlass war um 20:00 Uhr, doch schon vorher standen die Leute bis auf die Straße, was mich ehrlich gesagt schockte. Mir war klar, dass gerade ein gewisser Hype um die Band stattfindet, doch dass dieser schon auf Deutschland übergeschwappt ist, damit hätte ich nicht gerechnet. Im Publikum sah man viele junge Mädchen, Briten aber auch das ein oder andere ältere Pärchen.
Support waren Trümmer, eine junge Band aus Hamburg, die von diversen Magazinen (Spex u.a.) hochgelobt wurde und auf die ich sehr gespannt war. Das Publikum hat sich, trotz komplett anderem Stil, sofort mitreißen lassen und ein paar waren sogar textsicher.

 

Setlist

truemmer-the-1975-support-heidelberg-live-concert-picture (Setlist unvollständig und
ungeordnet)

 
01. Revolte
02. der Saboteur
03. In all diesen Nächten
04. Wo ist die Euphorie?
u.a.

Nach einer ca. 20 minütigen Pause leuchtete uns auch schon das Viereck aus Leuchtstoffröhre entgegen, was sich zum Markenzeichen der Band entwickelt hat. Schließlich kamen The 1975 begleitet von Gekreische und Geknipse der weiblichen Fans auf die Bühne. Sänger Matt und Drummer George haben wohl den gleichen Friseur und die komplette Band eine Vorliebe für die Farbe Schwarz. Matt das wohl unpraktischste Bühnenoutfit von allen – Einen Rollkragenpullover…Das muss doch unglaublich warm werden? Aber das war ja erstmal zweitrangig.
Was mir sofort auffiel war die starke Präsenz des Sängers, der sich stetig vom einen zum anderen Ende der Bühne bewegte und wie wild seine Haare schüttelte um sie danach wieder glatt zu streichen.
Selbstinszenierung oder Extase? Die anderen Mitglieder war eher in ihre Instrumente vertieft und wirkten im Vergleich zu ihm leider etwas verloren. Außerdem wusste man genau wie man mit dem Publikum zu interagieren zu hatte. So wedelten zwei, scheinbar sehr betrunkene, Jungs von Anfang des Konzerts mit einem Pappschild herum bis Matt endlich darauf einging und alle erlöste:

“Ok it’s somebodys birthday today!The next song is for you hope you enjoy it.”

Aber auch Lob an Deutschland kommt bei deutschem Publikum natürlich immer super daher.
Gegen Mitte des Abends griff er selbst zur Gitarre um 2 ruhigere Songs anzustimmen, was eine schöne Abwechslung war und mir sehr gefiel.
Die Hits des Albums hob die Band sich für den Schluss auf, was vollkommen zu erwarten war.
So gab es zwar keine Zugabe, aber dank der Songs Sex und Chocolate ein tanzfreudiges Ende.

 

Fazit

Schade fand ich, dass von Seiten der Band nicht mehr mit den Fans interagiert wurde, was zwar nicht zwingend nötig ist, aber eben eine schönere Atmosphäre schafft. Außerdem hätte es eine Zugabe geben können, da die Jungs zuvor ja schon EPs veröffentlicht hatten.
Dennoch war das Konzert sehr schön und nach der ersten Headlinertour ist ja noch Luft nach oben.
Ich werde sie mir auf jeden Fall noch einmal ansehen, falls sie hier in der Nähe auftreten werden.

 

Setlist

the-1975-heidelberg-live-concert-picture 01. The City
02. Milk
03. M.ON.E.Y
04. So far (It’s Alright)
05. Talk!
06. She Way Out
07. Settle Down
08. Heart Out
09. Pressure
10. fallingforyou
11. You
12. Menswear
13. Girls
14. Robbers (?)
15. Chocolate
16. Sex

the-1975-heidelberg-live-concert-picture-2

 

Photo Credits: Samira Wacker