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Eins der interessantesten Musikjahre seit Langem neigt sich dem Ende zu, weswegen auch wir es uns nicht haben nehmen lassen, unseren persönlichen Jahresrückblick auf die Alben, Singles, Newcomer und Konzerte 2013 für euch zusammen zu stellen. Es sei gesagt: Wir haben unsere Köpfe zerbrochen und waren bis zur letzten Sekunde unschlüssig. 10 Favoriten pro Person sind eine harte Herausforderung, gerade bei unserem Mix der Genres. Teilweise entsprechen unsere Charts nicht einhundertprozentig unserer Auffassung, da wir – so gut es ging – darauf geachtet haben, uns nicht zu überschneiden. Hier nun das Best Of:

 

SAMIRA

Live-Highlight

Sizarr (Maifeld Derby), die Orsons (Splash! Festival) und Thees Uhlmann (Maifeld Derby)
Das Maifeld Derby Festival zählt, obwohl es noch relativ jung ist, zu meinen Favoriten!
Dank des grandiosen Line-Ups ist es kaum verwunderlich, dass es gleich zwei Acts in meine Live-Highlights geschafft haben. Der Auftritt von Sizarr vor dem “Heimatpublikum” war zauberhaft und der Moment als Thees Uhlmann ein paar Lieder mit Casper performte machten den Festivalfrühling perfekt.
Ein weiteres Highlight war der farbenreiche Auftritt von den Orsons beim Splash! Festival, zu dem sowohl das perfekte Wetter als auch Tuas Solopart einen großen Teil beitrug.
Ich sag:

“Nicht so viel; ich geh nur grade verlor’n” …”Auf dem Splash!”

 

Newcomer

Lordes Royals nervt langsam fast jeden, dennoch muss man ihr eingestehen, dass sie für ihr junges Alter sehr weit ist. Wenn man sich Zeit nimmt, ihr Debüt Pure Heroine durchzuhören wird man merken, dass dort der ein oder andere Schatz zu finden ist (Buzzcut Season, Tennis Court).
Und obwohl sie sich, im Gegensatz zu ihren Kolleginnen, nicht halb nackt auf dem Cover rekelte und das Artwork wie die Videos schlicht gehalten sind, war sie dieses Jahr dennoch sehr erfolgreich – eine meiner weiblichen Hoffnungen für 2014!
Außerdem positiv überrascht hat mich Gerard, der zwar szene-intern nicht mehr ganz als Newcomer zu sehen ist, aber dennoch mit Blausicht den nächst größeren Schritt geschafft hat. Ich bin großer Fan der Gesamtstimmung des Albums und den elektronisch angehauchten Beats.

 

ANTONIA

Live-Highlight

Sizarr auf dem Dockville in Hamburg, 18.08.2013
An diesem tristen, regnerischen und zu allem Überfluss auch noch letzten Festivaltag, als die Stimmung auf dem Tiefpunkt und eine Großzahl der Besucher bereits abgereist war, kamen Sizarr auf die Bühne und ließen die Sonne aufgehen. Mehr muss an dieser Stelle nicht gesagt werden.

Newcomer

Meine Newcomer des Jahres sind mit großem Abstand Clemens Rehbein und Philipp Dausch, seit Kurzem besser bekannt als Milky Chance. Ihr Aufstieg ist unter deutschen Künstlern 2013 ohne Gleichen, niemand schaffte es, sich derart rasant aus dem Nichts in die Herzen von Musikliebhabern aus der ganzen Welt zu singen. Live haben sie mich mehrmals vom Hocker gerissen, nicht zuletzt durch ihre sympathisch-bodenständige Art, die einem das Gefühl gibt, dass man die zwei Jungs, die da auf der Bühne stehen, schon ewig kennt.

 

CARINA

Live-Highlight

Ich könnte eine Band wie Sigur Rós nennen, die mit aufwendigen Visuals, Bühnenbild, Kostümen und großer Technik in riesigen Hallen massenweise Menschen begeisterten. Doch da solch ein Event natürlich ein Erlebnis ist und Natalie schon in höchsten Tönen lobt, erzähle ich euch von einem ganz anderen Gig. So darf ich mich als Zeugin des Slow Magic Konzerts auf dem Dockville Festival bezeichnen, welches mir noch immer die Sprache verschlägt. Dabei ist der gute Mensch (er hält noch immer an der Anonymität fest und zeigt sich nur mit Maske) kurzfristig für XXYYXX eingesprungen, der leider wegen Krankheit nicht präsent sein konnte. Zur richtigen Zeit am richtigen Ort spielte Slow Magic, denn die Atmosphäre trug einen wichtigen Teil des Feelings bei. 5 am Morgen, schöner Sonnenaufgang, Menschen, die speziell auf ihn gewartet haben (> Verzögerungen im Timetable) und dann dieses unvergessliche Set, das er hinlegte. Wir hätten ehrlich gesagt nicht mehr an so eine Show geglaubt, doch er bewies uns mit seinen Trommeln das Gegenteil. Und meine Freunde waren überaus glücklich, dass ich sie zum Blieben zwang – auch wenn wir danach vor Müdigkeit ins Zelt flogen und so erstmal liegenblieben.
PS: Money haben mich dieses Jahr ebenfalls überwältigt, über dieses Konzert folgt aber erst in Kürze ein ausführlicher Bericht!

Newcomer

Als ein Mädchen, das fast das ganze Jahr in Island verbrachte, fühle ich mich regelrecht dazu verpflichtet, Ásgeir Trausti zu meinem persönlichen Newcomer 2013 zu küren. Er klingt ein bisschen wie Bon Iver, ist schon längst kein Geheimtipp mehr und hat sein 2012 erschienenes Album Dýrð í dauðaþögn dieses Jahr erneut ins Englische aufgenommen. Mit In the Silence erreichte er seinen internationalen Durchbruch und ich bin mir sicher, dass er 2014 erst so richtig zu Bekanntheit erlangen wird. Ich persönlich finde die original isländische Version des Albums übrigens viel besser und empfehle euch, diese (zuerst) anzuhören.

 

NATALIE

Live-Highlight

Es war ein Jahr voller großartiger Shows und Festivals. Ich nenne jetzt mal Sigur Rós. Die Isländer versetzten die Southside Menge mit ihren märchenhaften Klängen und fluorescentartigem Bühnenlichterspiel binnen weniger Minuten in eine langanhaltende Traumtrance (nunja, es war auch spät und ich zumindest sehr müde). Als es dann zuende war, verließ man den Platz wankend und benebelt. Im Geiste saß man schon mit Fabelwesen auf goldenen Wippschaukeln und bemalte sich mit Fingerfarben.
Weitere: Woodkid (Stadthalle), Kakkmaddafakka (Alte Feuerwache), Rangleklods (Dockville), The Vaccines (Southside)

Newcomer

Ach ja, Lorde. Nach anfänglichem Sträuben bin auch ich ihrer exotischen Coolness verfallen und habe Tage damit verbracht, ihr Debüt Pure Heroine rauf und runter zu hören. Allein schon deswegen verdient die 17-jährige (jup…) den Titel der Newcomerin des Jahres.
Auch die Kanadier Half Moon Run sind seit dem im Frühjahr erschienenen Debüt Dark Eyes fester Bestandteil der Musiksammlung eines jeden Besitzers, der sich selbst als edgy, modern und kosmopolitisch charakterisiert. Aber auch außerhalb dieses Hörerprofils ist die Gruppe hoch im musikalischen Kurs und wird sicherlich auch im nächsten Jahr für indiebasierte Schmuckstücke sorgen.

 

Playlist

Abschließend haben wir alle Top-10-Singles in eine Playlist voll geballter Liebe zur Musik gepackt, damit ihr und wir sie ab sofort rauf und runter hören können.
In diesem Sinne: Kommt gut ins – musikalisch hoffentlich nicht minder spannende – Jahr 2014!