Rock am fucking Ring, motherfucker! (Sprachstil dem des Wochenendes angepasst)
Es war spektakulär. So sehr, dass man sich selbst um 6 Uhr morgens, auf Zeltsuche, noch irgendwie besonders fühlte. Einfach weil man das pinke Festivalbändchen ums Handgelenk trug. Zugegeben, das äußere Erscheinungsbild entwickelte sich zum Sonntag hin immer mehr in Richtung Kreuzberg Szene (eine Regenplane als Rock mit Büchsenkette ist anscheinend der neue Sommerlook!) und selbst beim Hören des Wortes „Stehen“ versteckten sich mehr Leute als vor den ADAC Werbemenschen. Aber kein Wunder, wenn man tatsächlich auch wegen der Musik da war und nicht primär wegen des „saufääääns“. Genau, Musik! Die gibt’s auf einem Festival ja auch noch. Hier eine kleine Zusammenstellung.

 

Highlights (chronologisch)

 
Imagine Dragons. Sehr sympathische Kerle. Sogar bevor zum Abschluss der allbekannte Hit radioactive zum Besten gegeben wurde, war das Publikum hervorragend eingestimmt: ein wunderbares erstes Konzert des Freitags. Schön auch: Die Herren aus Las Vegas tragen allesamt sehr interessante Frisuren. Besonders der Sänger hat sich dann über die Gesangseinlage des Publikums („Du Hast die Haare schön“) gefreut. Oder sie nicht verstanden. Wohl eher Letzteres. War aber witzig.

Kakkmadafakka. Die liebenswerten Norweger, die in jeden Satz mindestens ein – ganz dem Bandnamen treu bleibend – fuck/motherfucker/… einbauten, spielten ein wunderschönen Mix aus Indie und aufregender Tanzmusik. Es waren so viele Leute verrückt tanzend auf der Bühne, dass man nicht anders konnte als sich diesen glücklich anzuschließen. Achja: das Logo! Herrgott, dieses wunderbare Logo!

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Biffy Clyro. Muss selbst zugeben: Ich bin ein eher unfreiwilliger Fan. Nach dem Auftritt würde ich aber freiwillig die facebook Seite liken und meinen BH auf die Bühne werfen. Frontmann Simon Neil, tätowiert und oberkörperfrei wie gewohnt, aber zur Überraschung mit charmant verlottertem wasserstoffblondem Haar, gab mitsamt Band ein energisches Rockkonzert, das aber (u.a. dank Sonnenuntergang im Hintergrund) so ergreifend schön war, das man fast etwas weinen musste.

The Wombats. Ein Wort: POWER. Sehr viel Power! Der Dunkelhaarige Gitarrist sprang wie ein Flummi auf der Bühne umher und war wohl Vorbild für die Menschenmenge. Spätestens nach Let’s Dance to Joy Division wurden 100 ausgepowerte Menschen (und die weniger ausgepowerten Crowdsurfingteilnehmer) über unseren Köpfen rausgehoben. Wir standen ja in der ersten Reihe. Ach, für wen?

rock-am-ring-2013-festival-casper Casper. Live halt bombastisch. Auch optisch ganz gut. Mehr sag ich dazu nicht, müsst ihr sehen.

 

Enttäuschungen

 
FUN. Ja, hm. Irgendwie…ne. Können spielen, können singen. Aber diese Verbindung zum Publikum, die wirklich enorm wichtig ist, die fehlte.

Bastille. Auf die Engländer hatte ich mich sehr gefreut. Leider war der Auftritt aber mehr zum Fremdschämen. Sänger Dan fuhr sich alle 5 Sekunden durch die Boy Band Sturmfrisur und kletterte ganz badass auf das Bühnengerüst, musste aber nach einigen Metern runtergeholt werden.
Auch musikalisch schwächelten die Jungs: Das Stimmchen war zu dünn und das Mikro zu leise.
Was auf der Platte so wunderbar frisch, aufregend und nach Lieblingsmusik klang ,war live nur flau.
Zu deren Verteidigung: Bei Rock im Park sollen sie richtig gut gewesen sein, vielleicht waren sie einfach nur verkatert.

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Wer jetzt “Ringweh” bekommen hat kann sich die viele Auftritte hier über SWR3 und hier auf DasDing nochmal in voller Länge ansehen.

Fotocredits: swr3.de