Jaja ich weiß.Dieser Bericht ist schon mehr als überfällig.
Aber besser spät als nie ich möchte euch endlich etwas über das Maifeld Derby 2013 berichten.

Freitag (Tag 1)

 
Der Freitag begann für uns erstmal mit anstehen. Denn wir,wie viele andere anscheinend auch,die Idee hatten ein ”wenig” später zu kommen.Dazu hatten wir noch den falsches Bus genommen und mussten somit ca. eine Stunde im Regen auf unser Festivalbändchen warten.

Um 20 Uhr betraten wir,klitschnass aber glücklich,das Festivalgelände und bekamen leider nur die letzten zwei Lieder des Daughterkonzerts mit.Die gehypten Engländer kennt seit youth so ziemlich jeder,der sich mit Musik beschäftigt. Deshalb sangen bei besagtem Lied alle lautsark mit und es enstand ein erster Gänsehautmoment.

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Hinterher schlenderten wir ein wenig über das kleine,aber feine Festivalgelände und checkten die Essens-und Vinylangebote.Dann stellten wir uns ein wenig vor die Open Air Bühne und schauten uns den Auftritt von Kadavar an. Eins muss man den Jungs lassen: Der Name passte wie die Faust aufs Auge.Die Fans tanzten und sprangen durch die Pfützen,die sich langsam vor der Bühne gebildet hatten.Die meisten hatten aber,im Gegensatz zu uns Intelligenzbestien Gummistiefel an.Daher dauerte es nicht lange bis unsere Füße pitschnass waren.

Kurz vor 21 Uhr machten wir uns deswegen auf den weg ins Palastzelt und bekamen somit Plätze relativ weit vorne ab.
Pünktlich begannen CocoRosie mit ihrem,meiner Meinung nach wunderbar,mystischen Konzert. Die Schwestern sprachen ein smokey taboo aus und drohten mit Konzertabbruch,selbstverständlich zündete sich der Typ neben mir sofort eine Zigarette ..fand ich sehr amüsant. Über die Kleiderwahl von Bianca lässt sich eventuell streiten und das Lametta auf dem Kopf war auch fragwürdig,doch ihre prägnante Stimme überzeugte wohl alle.Die beiden erschufen eine,wie schon gesagt,sehr runde,mystische Stimmung und waren live,wie ich fande,besser als auf CD. Sie wurden durch einen Beatboxer unterstützt,der in einer kleinen Pause ein Justin Timberlake Song zum besten gab und die Menge zum toben brachte. Für mich ein Highlight des Freitags!

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Jetzt machten wir uns auf den Weg zum Parcours d’amour wo uns Kat Frankie zwar nicht enttäuschte,aber einfach nicht richtig ansprach also zurück und ein bisschen Dry The River lauschen…

Wir entschieden uns,gegensätzlich der Meinung der Mehrheit,gegen The Notwist und für Kurzfilme. Diese fanden wir,bis auf den mit dem Nasenbär weil Tiercontent = immer gut und den U-Bahnfilm,eher enttäuschend. Vielleicht waren wir aber auch einfach nicht Teil der Zielgruppe.
Um 0:40 wollten wir uns die Show von Reptile Youth dann nicht entgehen lassen. Show trifft es eigentlich auch ziemlich gut.Den Sänger bezeichnete ich liebevoll als kleines Rumpelstilzchen,denn ich habe noch nie einen Menschen aus dem Stand so hoch springen sehen. Crowdsurfen,an Bühnenpfeilern hochklettern – es war alles dabei. Das ganze fand sein grandioses Ende mit Speeddance.

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Zuletzt sahen wir uns kurz die deutschen Newcomer Messer an,bei denen der Sound aber die Stimmen überschallte.Schade.Aufgrund der durchnässten Kleidung machten wir uns bald auf den Heimweg.

 

Samstag (Tag 2)

 
Samstag war, Line-up technisch,der reizvollste Tag. Listen to Polo waren ein netter Auftakt an der Open Air Bühne.

Danach sahen wir Nadjana mit ihrem charmanten Gitarristen,die ein sehr schönes, Parcours d’amour typisches Konzert spielten.Sehr sympathische,junge Dame mit schöner,weicher Stimme.

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Im Anschluss spielte der Newcomer I Confess. Dieser war,obwohl er noch kein Debütalbum veröffentlichte,der Toursupport von Sizarr. Und da die halbe Popakademie im Puplikum saß durchaus bekannt. Ich sah ihn zuvor schon als Support bei Absynthe Minded im Karlstorbahnhof.

Nach ruhigeren Konzerten sahen wir um 16.40 Uhr dann When Saints Go Machine aus Kanada. Kleidungstechnisch ebenfalls fragwürdig,ein bisschen Hawaiihemdenaction. Doch der Auftritt überzeugte dann,obwohl es,sagen wir mal,experimentel war. Ein in Mix aus Electro,Pop,gepitche am Mikro und ganz viel Energie

Marla Blumenblatt haben wir nur kurz angehört.Sie schien mehr auf Look zu achten als auf den Rest. Cornetto ist eben ein eingängiger Ohrwurm aber den Rest fand ich wenig überzeugend. Deswegen weiter zu..

..Einem Highlight des Tages: Dagobert.
Es entstanden sehr hohe Erwartungen dank gehypter Youtube Kurzdoku. Ich hatte seine Musik zuvor ein wenig abwertend als skurril interessanten Hipsterschlager
bezeichnet,aber da steckt,wie ich dann merkte,mehr dahinter. Langes anstehen und eine,bis auf den letzten Sitz besetzte,Tribüne. Dazu der Mann im maßgeschneiderten Anzug,der seine Haare so perfekt frisieren kann,das ich zugegeben neidisch bin.
Anfangs verließen ein paar Menschen verwirrt den Parcour,ein paar hartgesottene Fans waren auch gekommen. Doch zur Mitte hin hatte er alle abgeholt und zum Wunderkerzen anzünden und Schunkeln gebracht. Jeder war emotional berührt und konnte das Dauergrinsen kaum ablegen. Bitte hört euch das Album an und kauft es am bestenfalls! Mein Favorit: Morgens um halb 4.

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Danach gönnten wir uns eine Entspannungspause bevor wir dann Sizarr ansehen wollten. Ganz hibbelig und leicht alkoholisiert,wie Teeniefans waren wir,sind wir auch.wow. Beim ersten Maifeld Derby konnten die Drei wegen des Unwetters nicht spielen und da hatten wir sie auch schon auf dem Schirm.Doch jetzt,nach der Veröffentlichung eines perfekten,zeitlosen Debütalbums,internationalem Hype,und dem Platz als Melt! Festival Headliner 2013,klappte alles. Dazu eine gut ausgewählte Setlist,die mit dem schnelleren Track Word Up! begann. Fabian bewegt sich auf der Bühne besser als jede Frau und die Gesamtatmosphäre war einfach Wahnsinn,war ja aber auch fast ein  Heimspiel.

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Dann wieder Pause oder auch: Irgendwann landeten wir bei Mc Rene. Ich weiß nicht was ich von ihm halten soll bzw. möchte hier nicht urteilen. Ich fande die Lesung solala.Den Part über seinen Job als Pornosynchronsprecher durchaus interessant. Rapeinlagen aber eher unpassend dennoch war ich durchaus amüsiert während ich mein Becher leer trank.

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Rocky Votolato haben wir dann,wie so vieles, leider verpasst. Ich sah in aber bereits im Winter in Bielefeld.

Aus irgendeinem Grund wollten wir dann “mal kurz” das Festivalgelände verlassen doch als wir Thees Stimme aus dem Palastzelt schallen hörten hatten wir uns das ganz schnell anders überlegt.Ein bisschen spät kamen wir ins Zelt gestürmt.Schließlich wollte ich Thees Uhlmann aka. Gevatter Indie (Zitat Casper) gerne einmal live erleben,da mir sein gleichnamiges Soloalbum sehr zusagte und ich es den letzten Herbst fast dauernd hörte. Und als wir einen Platz fanden kam auch schon die Person auf die Bühne,auf die alle heimlich hofften. Cas und Thees,XOXO und Jay-Z singt uns ein Lied. Die zwei Jungs in der Blüte ihrer Jahre die eine super Männerfreundschaft pflegen. Jay-Z singt uns ein Lied ist generell ein starkes Lied,doch zusammen mit dem Casperpart (übrigens
einer meiner textlich liebsten von ihm) einfach nur Gänsehaut.Boah! Live war das richtig krass und zu sehen wie sehr Casper wieder Bock hat und es genießt endlich wieder auf der Bühne zu stehen = Pure Freude Fangirlmodus wieder aktiviert.Highlight des Maifeld Derbys! Noch ein bisschen Tanzalarm und dann lieber schnell ins Bettchen.

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Sonntag

 
Leicht verkatert am Festivalsonntag waren wir ca.um 16 uhr auf dem Gelände. Beim Auftritt von Jack Beaurgard kam die sonne,im Gegensatz zu den 2 endzeitähnlichen Vortagen raus. Besonders schön: You Drew A Line.

Im Anschluss trat Leslie Clio im Palastzelt aus. Zugegeben war ich zuvor schon kein großer Fan von ihr und ein bisschen voreingenommen. Doch ihr Humor war dann gar nicht meins,sie kam leider sehr arrogant rüber und ihre Stimme war live sehr schwach. Eine Enttäuschung für mich.

Herrenmagazin sahen wir zwar nur zum Teil,doch was ich mitbekam fand ich super.

Aufgrund von Terminen konnten wir Wallis Bird,We Were Promised Jetpacks und Sophie Hunger nicht mehr sehen.

 

Fazit

 
Trotz des miserablen Wetters war es ein mehr als schönes 3. Maifeld Derby. Die Veranstalter und Helfer haben dieses Jahr auf jeden Fall noch eine Schippe draufgelegt. Sei es Line-up technisch wie organisatorisch und werbemäßig,was sich schlussendlich auszahlte. Das junge Festival hat ordentlich an Bekanntheitsgrad gewonnen,somit war der Ansturm deutlich größer,als in den Jahren zuvor.Lobenswert finde ich die Greener Maifeld Derby Aktion. Die Idee mit den Derbydollars fande ich persönlich weniger gelungen,aber durchaus verständlich.

Ich freue mich schon auf Maifeld Derby Nr.4 und kann es nur jedem,der in der Umgebung wohnt ans Herz legen.
Für mehr Parcours d’amour Romantik: hier ein Video.

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Photo Credits: Regioaktiv,Rollingstone,Sophie Krische und St. Weiken