Auch wir können nicht anders, uns in den Berichte-Regen einzureihen, der gerade über Max Gruber aka Dr.Angsal herunterprasselt. Nach sehnsüchtigen Lobpreisungen über die zwei erschienenen Singleauskopplungen der neuen deutschen Musikerhoffnung, ist das Erstlingswerk Harieschaim diese Woche endlich erschienen. Wir haben uns das mal angehört.

 
Harieschaim beginnt mit dem bekannten Allan Align und verströmt den Drang auf mehr. Der Ingrimm setzt direkt dort an und lässt den Kopf weiterwippen. Mit Will ich nur dich ertönt die Stimme in Muttersprache und doch klingt es weltgewandt genug um nicht aus der Playlist herauszustechen, wie es so oft geschieht, wenn Künstler von englischem Sound auf den Deutschen schwingen. Das abrupte Ende des Songs bringt uns in leichtere Gefilde. Hinterkaifeck klingt hart und abgedroschen, kommt aber so smooth wie keines der Lieder zuvor. Mit Do the dominance wird es poppiger und doch bleibt der Song dem Stil treu.

Dieser Stil, so an den 80er Dark Wave anlehnt und doch so ganz eigen, zieht sich durch alles, was Gruber macht. Aber es wird nicht zu viel, im Gegenteil.

 


 
Das Album könnte doppelt so lang dahinlaufen, von Song zu Song kommt nicht viel Neues dazu, aber das brauch es nicht. Das Gesamtwerk Drangsals an sich ist es Wert, einen weiteren Meilenstein in der deutschen Musikgeschichte einzuhauen.

Am Ende erwarten uns erneut Allan Align und Wolpertinger, allerdings in ursprünglicher Demoversion.
Das Album schließt laut mit I think you have a brother. Abgedroschenes Drönen und Bass stürmen auf uns zu, in einer großen Welle, die wie ein Feuerwerk das Ende der Veranstaltung signalisiert.

Die Platte rutscht einem durch die Hände wie warmer Pudding. Es ist irgendwie zu schnell vorbei, aber glücklicherweise gut genug um die Dauerschleife anzustellen und es über Stunden hinweg zu hören. Das Album ist wie Gruber in Person. Es stößt an, ist anders als andere, fällt auf, sticht raus und auch drauf und ist doch einfach wirklich sympathisch.

 

Harieschaim

Allan Align
Der Ingrimm
Will ich nur dich
Hinterkaifeck
Do the dominance
Moritzzwinger
Love me or leave me alone
Shutter
Sliced Bread #2
Wolpertinger
Hertzberg – 2013 Version
Goler Teal
Allan Align – First Demo
Wolpertinger – First Demo
I think you have a brother

 
Zum Glück stehen schon die Tourtermine im Oktober/November fest. Und als wüsste Gruber, dass er sein Publikum nicht so lange warten lassen kann, ist der vorgehende Festivalsommer ebenfalls verplant.

Festivals

15.05.2016 Wave Gotik Treffen
16.05.2016 Pfingst Open Air
27.05.2016 Modular Festival
28.05.2016 Immergut Festival
04.06.2016 Maifeld Derby
25.06.2016 Kosmonaut Festival
15. – 17.07.2016 Melt! Festival
30.07.2016 Juicy Beats Festival
04. – 06.08.2016 Auf weiter Flur Festival
12.08.2016 Haldern Pop Festival
19. – 21.08.2016 MS Dockville
24. – 28.08.2016 c/o pop Festival

„NO SLEEP ‚TIL HARIESCHAIM“-Tour

28.10.2016 Köln – Gebäude 9
29.10.2016 Nürnberg – Nürnberg Pop
03.11.2016 Münster – Gleis 22
04.11.2016 Wiesbaden – Schlachthof Wiesbaden
11.11.2016 Stuttgart – Keller Klub
12.11.2016 Dortmund – FZW
18.11.2016 Dresden – Groove Station Dresden
19.11.2016 Berlin – Lido Berlin
23.11.2016 Salzburg – Rockhouse Salzburg
24.11.2016 Wien – B72
27.11.2016 Zürich – Amboss Rampe
09.12.2016 Leipzig – Moritzbastei

 
Wir können nicht anders als in der Jubelmeute mitzuschwingen.
Mir bleibt am Ende nur ein Gruß an den Künstler:
Lieber Max, du verdienst richtig lauten Applaus!

 

Photo Credits: Jim Rakete