Oh liebstes Maifeld Derby, wieso gehst du so schnell vorbei? Das letzte Wochenende verging für uns wie im Fluge und wir haben viel Schönes erlebt. Um keinen Roman über unser liebstes Festival im Rhein-Neckar-Raum zu schreiben, beschränken wir uns heute auf unsere 10 Highlights und viele schöne Fotos.

Das Wiedersehen mit dem Wilden Hirsch

“Hydrate yourself!” schreit es uns zur Zeit aus allen Ecken entgegen. Gut für die Haut, gut für die Verdauung, gut für die Selflove. Wir folgen diesem Aufruf nur zu gerne, vor allem, wenn Wilder Hirsch in der Nähe ist. Dieses gritzegrüne sommerlich-süße Getränk hat uns nicht nur in den sonnigen Stunden mit der nötigen Abkühlung versorgt, sondern auch die regnerischen erträglicher gemacht.

Die erste Tanzeinlage mit MØ

ist nicht nur bekannt für ihren Hit Lean On, sondern auch die unangefochtene Königin des rhythmischen Bewegens. Bereits nachdem die Töne ihres ersten Songs verklungen waren, gab es (zumindest bei uns) kein Halten mehr. Immer wieder fragte man sich, wie so viel Coolness überhaupt möglich sein kann und ob irgendein Mensch jemals sympathischer sein wird als diese Dänin. Nach der Zugabe war zumindest eins klar: Auf der nächsten Party werden die neu erlernten Moves direkt auf die Probe gestellt. Vielen Dank für dieses 60-minütige Power Workout, liebe MØ.

Die unerschütterlich gute Laune des Publikums

Die gute Stimmung im Publikum ist nichts Neues, aber immer wieder ein Lob wert. Bei Regenschauern und Unwetter gibt es keine bösen Sprüche und lange Gesichter, entweder wird weitergetanzt oder sich untergestellt und dabei eher noch einen Happen vom leckeren Essensangebot geschnappt, statt sich die Stimmung vermiesen zu lassen. Generell ist das Publikum eines der Angenehmsten überhaupt!

Regionalität

Das Maifeld macht es sich seit Beginn zur Aufgabe, großen Wert auf regionale Stände zu legen. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für Freunde der guten Verpflegung. Um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen, gab es wunderschöne Prints, Taschen und alles, was das Herz sonst noch so begehrt. Und das beste: Alles stammt aus den Händen von Mannheimer Unternehmen!

James Blakes Dankesrede

Man könnte ja meinen, dass einer wie James Blake, der es in den letzten Jahren auch außerhalb seines Genres zu enormer Beachtung geschafft hat, von Tante Hilde genauso gelobt wird wie von Pitchfork und sich um die Verkaufszahlen keine Gedanken mehr machen muss, damit rechnet, dass das Publikum bei Konzerten zu einer Horde wild kreischender Fans wird und völlig unbeeindruckt bleibt. Aber weit gefehlt! Während, aber vor allem nach seinem etwas mehr als einstündigen Auftritt kam es zu einem Schwall von “Thank you ever so much”-s. Dass die zum ersten Mal live präsentierten Stücke seines letzten Werks The Colour In Anything so gut aufgenommen wurden, hat ihn sichtlich berührt – was er direkt zurück an das Publikum gegeben hat. Wir halten also fest: James Blake ist nicht nur ein mehr als begnadeter Musiker, sondern auch ein derart sympathischer Mensch, dass wir ihn wohl alle gerne kennenlernen würden.

Drangsals “Homecoming”

Zwei Soundcloud Demos, mehr konnte man von Drangsal Anfang vergangenen Jahres nicht finden. Genau ein Jahr später warten wir im vollen Palastzelt auf den Beginn deren Sets. Harieschaim ist wirklich gelungen, doch damit, dass Alles so durch die Decke gehen wird, hätte die Band wahrscheinlich nicht mal selbst gerechnet. Als Fans der ersten Stunde freuen wir uns natürlich umso mehr über den Erfolg der Jungs. Mal sehen, wo das Ganze noch hinführt.

Search Yius “Newcoming”

Begleitet von niemand geringerem als den Enfants Terribles der Stunde (Ja, lieber Feuilleton-Leser, es geht um eben genannte Herren von Drangsal) hat Search Yiu uns am Samstag aufhorchen und merken lassen, dass er nicht der arrogant anmaßende Poser ist, den sein Internetauftritt vermuten lässt. Hierzu muss fairerweise erwähnt werden, dass wir kurz vor dem Auftritt zum Interview gebeten und bereits dort gemerkt haben, wie interessant dieser Musiker ist. Es heißt also gespannt bleiben, was in Zukunft aus seinem Soundcloud-Account gekrochen kommt und sich auf das demnächst erscheinende Frage-Antwort-Spiel freuen.

Die Möglichkeit, zufällig Bands lieben zu lernen

Bounty Island im Brückenaward Zelt waren der perfekte Warm Up für James Blake, der in einer Stunde im Palastzelt auftritt. #Maifeld16

Ein von Marsmädchen (@marsmaedchenmusikblog) gepostetes Foto am

Kurz vor dem diesjährigen Maifeld Derby hat der Musikexpress ihm den Titel des Festivals mit dem “geschmackvollsten Line-Up der Republik” verliehen. Wir schließen uns dieser Aussage stark nickend an und finden darin die Grundlage für einen weiteren unser Lieblingsmomente: Samstagabend. Nach der ersten Hälfte von Explosions In The Sky stolpern wir in das gut gefüllt Brückenaward-Zelt und sehen eine Band, die wir überhaupt nicht auf dem Schirm hatten – Bounty Island. Hättet ihr nicht solch ein sicheres Händchen, liebes Booking-Team, wären wir im Nachhinein mit Sicherheit enttäuscht gewesen, nicht vor der großen Bühne geblieben zu sein. So jedoch waren wir nicht nur zufrieden, sondern von den Socken.

Das Line-Up im Brückenaward Zelt

Wie jedes Jahr hat besonders das Brückenaward Zelt mit einem derart guten Line-Up überzeugen können, dass wir zweimal hinschauen mussten. 2015 waren Iceage, Rangleklods und The Garden die Garanten für ordentlich Krach. Dieses Jahr konnten Acts wie Isolation Berlin, Die Nerven und Pissed Jeans uns ordentlich zum Schwitzen bringen. Bitte behaltet diese wunderbare Bühne für immer bei, liebes Maifeld Derby.

Als wir am Frangelico Stand hängengeblieben sind

Nach getaner Arbeit dürstet es dem fleißigen Nachwuchsblogger nach einer nussigen Belohnung, doch wer hier an Hanuta denkt, den müssen wir enttäuschen. Was am Frangelico Stand genau passiert ist, wissen wir selbst nicht mehr ganz einzuordnen. Kaum hatten wir den aufgebauten Raum betreten, tat sich ein Paralleluniversum voller Konfetti, Musik und netter Damen und Herren mit Tabletts voller Haselnussschnaps auf. Kaum verwunderlich also, dass wir erstmal eine Weile feststeckten, motiviert an einem Hip-Hop-Quiz teilnahmen und schließlich mit einer Goodiebag unterm Arm rausgestolpert sind. An dieser Form von Werbung könnten sich andere Firmen eine Scheibe abschneiden.

Genug der lobenden Worte, wer bis hierhin gelesen hat, dem wird ohnehin schon längst klar geworden sein, dass wir für das Maifeld bedingungslose Liebe fühlen. Ganz egal, wer nächstes Jahr spielt, wann es stattfindet und wie viel die Tickets kosten mögen: Wir werden so sicher wieder da sein wie das Prost in der Kneipe. Zum Abschluss gibt es noch eine kleine aber feine Diashow mit unseren Highlights

 

Photo credits: Samira Wacker, Maria Machul