Ein perfekter Start in den Herbst mag wohl tatsächlich das Konzert von Angus & Julia Stone an diesem Abend im Palladium gewesen sein. Während draußen das bunte Laub an diesem überraschend warmen Herbstabend im angenehm leichten Wind durch die Luft wirbelt und der bedeckte Himmel nur zögerlich den Mond zeigt, gestaltete das australische Geschwisterduo mit ihrer melancholischen Melodie und einigen Überraschungsmomenten die passende verträumte Atmosphäre dazu.
Julia griff direkt zu Beginn zu ihrer Trompete und stimmte mit ihr alleine die ersten Takte von Baudelaire ein, was von ihrem neuen Album Snow stammt. Das wurde Mitte September veröffentlicht, genau rechtzeitig für ihre Europatour. Die zarten und zugleich starken Töne des ersten Songs weckten augenblicklich die ersten Jubelrufe aus dem Publikum, die während des Abends keinesfalls an Begeisterung verloren. Im Gegenteil, spätestens bei Cellar Door wippte jeder im Takt mit und war den Geschwistern bereits auf die andere Seite ihrer magischen Welt gefolgt.

Don’t be scared of what you don’t already know

Nach den starken Liedern des neuen Albums folgte Heart Beats Slow aus ihrem Album von 2014, in welchem die beiden Australier im Duett sangen und dabei erneut bewiesen, wie wunderbar ihre unterschiedlichen Stimmen einen harmonischen Folkpop mit einem Touch Blues kreieren. Passend dazu tauchte das rote Licht das gesamte Bühnenbild in eine mystische Stimmung, samt den großen australischen Totempfahl, welcher mittig auf der Bühne empor rang und die knapp 3.600 Fans das gesamte Konzert über anstarrte.
Hin und weg war ich von Private Lawns, bei welchem nicht nur das Banjo-Solo der Wahnsinn war, sondern auch Julias Stimme, die verspielt mit hohen Tönen diesmal ihre eigene Live Version des Songs zauberte. Ein weiteres Highlight war das selten live gesungene For You und der wunderschöne Klassiker Big Jet Plane, bei welchem man sich einfach in die Tiefen von Angus rauer Stimme verlieren kann. Nicht zu vergessen ist natürlich die fehlerfrei gesungene eigene Interpretation von Udo Lindenbergs Durch die schweren Zeiten, wovon das ganze Publikum außer sich war.

You’ll spend everyday, shining your light my way.

Knapp mehr als eineinhalb Stunden mixten die Stones an diesen Abend den perfekten Herbst Soundtrack zusammen, mit Julia an Gitarre und Trompete, Angus an Gitarre, Ukulele und Harp. Zum Abschluss gab es ein weiteres Cover, diesmal Harvest Moon von Neil Young, das Angus verdammt gut umsetzte. Mit Nothing Else verabschiedeten sich Angus & Julia mit ihrem gewohnt wunderbaren Sound – verträumt, magisch und geheimnisvoll.

There’s nothing else to do here but kiss under the stars.

Setlist

01. Baudelaire
02. Make It out Alive
03. Cellar Door
04. Heart Beats Slow
05. Chateau
06. Wherever You Are
07. Bloodhound
08. Private Lawns
09. Who Do You Think You Are
10. Uptown Folks
11. Big Jet Plane
12. For You
13. My House Your House
14. Snow
15. Oakwood
16. Harvest Moon (Neil Young Cover)
17. Nothing Else

Text & Photo credits: Laura Mayer