Ganz ehrlich, ich weiß nicht mal, wieso ich Freitag (also dem 01.11., Uni fickt die Freizeit und somit auch die Zeit, was zu schreiben (von Hausaufgaben mal abgesehen)) auf dem Prinz Pi-Konzert in Berlin gewesen bin. Schon wieder. Bei jemanden, dessen Songs zwar oft höre, aber genauso oft auch im Stillen mal auslache. Manchmal. Je öfter ich sie mir anhöre, desto seltener passiert es. Klar, Sachen, an die man sich gewöhnt, mag man irgendwann.

Doch komm schon. Beginn um 19:30 Uhr? So früh sollten höchstens DSDS-“Stars” auftreten dürfen, damit die kleinen Fans auch rechtzeitig ins Bett kommen. Mal im Ernst, das hat doch nur was damit zu tun, dass die Show dann ganz sicher um 22 Uhr schon beendet ist und somit auch U16-Jährige reinkommen dürfen. Naja.

Vielleicht lag’s an der überfüllten U-Bahn, oder an den zwei Weibern, die beim letzten Prinz Pi-Konzert vor mir standen und ständig gekreischt haben, oder an dem stressigen Tag – auf jeden Fall war ich wenig motiviert aufs Konzert. Dass vor der Halle eine Gruppe stand, die den Text zu Keine Liebe, das an diesem Abend aufgenommen werden sollte, fand ich dann zwar doch irgendwie nett, aber hey, man könnte sie auch als kleine Kinder, die unbedingt den ganzen Song rausbrüllen wollen, sehen. Im Endeffekt finde ich diesen Gedanken jedoch nicht mehr so schlimm.

Denn wenn man nun in einer vollen Konzerthalle steht, steigt die Euphorie immer schlagartig. Wie, von Olson hab ich nur anderthalb Songs mitbekommen, weil er sicherlich wie beim letzten Konzert schon vor dem offiziellen Konzertbeginn angefangen hat? Who cares!Prinz Pi ist vor allem live wirklich gut. Ja, “gut” ist ein Wort, das kaum etwas aussagt, aber was will man schon mehr zu ihm sagen. Konzerte sind so eine Sache – schwer zu erläutern, etwas, das man selber mal miterleben musste.

Dieses Gefühl, wenn alle gemeinsam mit dem Künstler singen oder Rappen, hat etwas Magisches. Dieses Gefühl, dass alle etwas mit dem Song verbinden, und sei’s nur die Tatsache, dass sie ein Mädchen namens Laura kennen oder sich – wie vermutlich alle 12-14-Jährige – vorstellen, wie schön so eine Du Bist-Beziehung ist. Oder einfach nur die Texte auswendig gelernt können. Selbst wenn man scheinbar die Einzige in der nächsten Umgebung ist, die Die Letzte Ex mitrappt – es ist das gleiche Gruppengefühl wie wenn plötzlich alle bei Keine Liebe mit dabei sind. Mit “Gib Dem Affen Zucker” hat Prinz Pi einen perfekten Song zum Abschluss gefunden.

(einmal war auch noch ein anderer Rapper auf der Bühne, aber wegen meiner Faszination, dass es überall nach Gras roch, habe ich seinen Namen nicht mitbekommen und seitdem ich das mitbekommen habe, kann ich ehrlich nicht sagen, ob das Konzert wirklich so gut war oder ob ich einfach nur passiv bekifft war)

 

Photo Credits: Michael Movchin via Wikimedia